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Migration Horst Seehofer irrt

Die Migrationsfrage sei die „Mutter aller politischen Probleme“, sagt Seehofer. Doch das, was Seehofer gegen bestimmte Gruppen vorantreibt, untergräbt den Frieden genauso wie das Kleinreden von rechter Gewalt. Ein Kommentar.

Seehofer
Horst Seehofer sorgt mit Äußerungen zu Zuwanderung erneut für Wirbel. Foto: dpa

So etwas Selbstentlarvendes ist selten: Da steht ein Bundesinnenminister und sagt: Die Migrationsfrage ist die „Mutter aller politischen Probleme“. Was für ein Schlag ins Gesicht von mehr als 17 Millionen Menschen in diesem Land! Der Glaube, dass Menschenhass endet, wenn weniger Migranten kommen, ist Unsinn. 

Ob Menschen friedlich zusammenleben, hängt nicht davon ab, ob unterschiedliche Gruppen zusammenkommen, sondern ob eine Regierung zu einem Wertesystem beitragen kann, das dem Frieden dient. Die Aussage „Migration ist die Mutter unseres Wohlstandes“ entspricht eher der Realität in Deutschland. Doch die hören wir leider nicht.

Trennen, abschotten, wegsperren – das, was Seehofer gegen bestimmte Gruppen vorantreibt, untergräbt den Frieden genauso wie das Kleinreden von rechter Gewalt, wenn etwa Sachsens Ministerpräsident Kretschmer über die Jagden auf Migranten in Chemnitz spricht. 

Die Mütter, respektive Väter, aller Probleme sind Politiker wie Seehofer, die spalten und die AfD nachahmen. Dabei ist Seehofers Aufgabe klar: Er muss alles dafür tun, dass alle – ob nun Staatsbürger oder nicht – in diesem Land friedlich miteinander leben können. Er muss also das Gegenteil von dem tun, was er bisher getan hat.   

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