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Michael Klonovsky Der Gauland-Flüsterer

Wer berät den AfD-Parteivorsitzenden Alexander Gauland? Es ist seit 2018 der parteilose Schriftsteller Michael Klonovsky. Online hat er einen bemerkenswert offen-rassistischen Text veröffentlicht. Kommentierende Analyse.

AfD
Alexander Gauland hat einen persönlichen Referenten. Der zum Thema Afrikaner eine klare Meinung formuliert. Foto: rtr

Zwar nicht alle – afrikanische Nobelpreisträger also schon einmal nicht –, aber „signifikant viele“ schwarze Afrikaner hätten demnach einen „ … niedrigen Durchschnitts-IQ ungefähr auf dem Level deutscher Vorpubertierender, mangelndes Abstraktionsvermögen, keine den unseren vergleichbaren Moralvorstellungen, kein Denken in Zeiträumen und Verbindlichkeiten, kein Verhältnis zur Kausalität, unterentwickelte Empathie und eine teilweise verbreitete Freude an Grausamkeiten.“  Er zeichnet das Bild eines „Wilden“, potentiell grausam und ohne moralische Standards.

Rassismus rechtfertigt Aggression

 „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“, formuliert der französische Soziologe Albert Memmi und scheint sich eins zu eins auf Klonovskys zu beziehen.  

Der verzichtet denn auch in seinen weiteren Ausführungen auf mögliche Einschränkungen und schreibt von „bestialischen Gewaltexzessen,…, nach Deutschland geschleuster edler Wilder“, und einem Afrika als „Kontinent der Vergewaltigungen“.

Jeder dürfte jetzt das Bild des plündernden und brandschatzenden Schwarzen im Kopf haben, ist der Feind doch plastisch gezeichnet, wobei die strikte Rassentrennung hier schon aus Gründen der reinen Gefahrenabwehr die logische Konsequenz sein muss.

„Identitäre“ und der Ethnopluralismus

Auf dieser Welle reiten auch die rechtsextremen „Identitären“, die im Ethnopluralismus das (arische?) völkische Heil sehen. Bei dem „stets lesenswerten“ (M.K.) Martin Lichtmesz, Teil des Autorenstamms um den neurechten Verleger Götz Kubitschek und mit der „Identitären Bewegung“ verbunden, wird der Rassismus zumindest insofern legitimiert, als Lichtmesz den „Antirassismus“ verteufelt. Die multikulturelle Gesellschaft, wird Lichtmesz zitiert, bedinge, dass „Weiße zahlenmäßig reduziert … und durch Nicht-Weiße ersetzt werden. Der Slogan Diversity (‚Vielfalt’) bedeutet nichts anderes, als dass in einem beliebigen Bereich less white people (‚weniger weiße Menschen’) gefordert werden.“

Das ist eine Begriffsverfälschung, wie sie Klonovsky offenbar entspricht, meint „Vielfalt“ doch das gleichberechtigte Mit- und Nebeneinander verschiedener Kulturen und gerade nicht die Zerstörung einer spezifischen kulturellen Gruppe. Ein Miteinander ist der identitäre Alptraum, weshalb die angeblich gewollte Vernichtung der Weißen über eine konstruierte afrikanische Bedrohung zur Angstmachung herbeidramatisiert wird.

Politische Niete Adolf Hitler

Antirassismus ist entsprechend ein „Quell der Gewalt“ (A. Finkielkraut). Da passt es, wenn Klonovsky  Adolf Hitler, seines Erachtens „die größte politische Niete des 20. Jahrhunderts“, bezüglich herbei orakelter zukünftiger Rassenkämpfe „seherische Fähigkeiten“ bescheinigt. Beachte man die Hitlersche Rassenideologie, finden sich ebenso wenig Differenzen.  Auch dort wird die  „eigene Rasse“ gegenüber anderen als höherwertig eingestuft. Und im französischen Schriftsteller de Gobineau zeigt sich noch ein gemeinsamer Vordenker, der mit seiner Behauptung der angeblichen negativen Auswirkungen der Rassenmischung einen großen Einfluss nicht nur auf die Politik des Nationalsozialismus hatte – siehe Ethnopluralismus bei den Identitären.

Apokalypse durch den Multikulturalismus

Zusammenfassend läuft der Text des Gauland-Beraters Klonovsky auf die Zeichnung einer Apokalypse hinaus, die zum einen durch den „Wilden“ verursacht wird, der Europa zu überrennen drohe. Und zum anderen durch eine antirassistische Linke, die den Multikulturalismus eigentlich nur befeuere, um ihren angeblichen Weißen-Hass in der Zerstörung der weißen Rasse zu vollenden. Schusswaffengebrauch an der europäischen Außengrenze hat Klonovsky vom Studierstübchen aus bereits als Handlungsoption formuliert („vielleicht einmal mit der Schusswaffe willkommen heißen“, M.K.) – ein Gedanke, den Frauke Petry 2016 („notfalls auch von der Schusswaffe gebraucht werden“, F.P.) auch in die Öffentlichkeit trug.

Der Schriftsteller betont auf seiner Seite, „weder ein Medium noch einen Verlag noch eine Partei, sondern einzig und allein sich selbst zu repräsentieren“. Das ist schon gruselig genug. Noch gruseliger hingegen ist, dass er den Parteivorsitzenden einer im Bundestag sitzenden Partei als persönlicher Referent berät. Verfolgt man die Äußerungen des AfD-Chefs Alexander Gauland, dürfte er seinem Referenten Michael Klonovsky gerne und aufmerksam zuhören.

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