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Michael Klonovsky Der Gauland-Flüsterer

Wer berät den AfD-Parteivorsitzenden Alexander Gauland? Es ist seit 2018 der parteilose Schriftsteller Michael Klonovsky. Online hat er einen bemerkenswert offen-rassistischen Text veröffentlicht. Kommentierende Analyse.

AfD
Alexander Gauland hat einen persönlichen Referenten. Der zum Thema Afrikaner eine klare Meinung formuliert. Foto: rtr

AfD-Parteivorsitzender Alexander Gauland bringt sich regelmäßig mit eindeutig zweideutigen Aussagen in die Schlagzeilen. Sei es, indem er die Zeit des Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ der Geschichte bezeichnet, sei es, weil angeblich niemand Boateng als Nachbarn haben will.

Das sind gezielte Provokationen, wohl kalkuliert und keineswegs aus sprachlicher Schlampigkeit missverständlich unters Volk gesendet. Doch wer berät den zumindest vom Posten her mächtigsten Mann der Rechtspartei?

Persönlicher Referent ist seit Februar 2018 der parteilose Schriftsteller Michael Klonovsky. Der war  von Juni 2016 bis Anfang 2017 bereits Berater von der ehemaligen AfD-Vorsitzenden Frauke Petry. Sein letztes Buch „Liebe in Zeiten der Lückenpresse“ erschien im rechten Manuscriptum Verlag. Allerdings ist es nicht nötig, dieses Machwerk zu erstehen, um tiefer in das Weltbild des Gaulandschen Referenten einzutauchen.

Auf seiner Webseite „Acta Diurna“ hat Klonovsky am 24. August dieses Jahres einen bemerkenswerten Text veröffentlicht, der seine rassistischen Stereotype wie selten offen nach außen trägt.

Klonovsky leitet seinen Text mit dem Plan der südafrikanischen Regierung ein, weiße Farmer zu enteignen. Hintergrund ist, dass noch 24 Jahre nach dem Ende des Apartheid-Regimes 73 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der weißen Minderheit gehören. Das soll sich nun ändern, zumal weiße Farmer häufig ihrerseits als Folge von Apartheid und Kolonialismus in den Besitz kamen. Klonovsky führt noch weitere Beispiele an („Auch in Angola, Senegal, Mosambik und Kenia gibt es nur noch eine winzige bleichgesichtige Bevölkerung“), um zu diagnostizieren: „Afrika kennt keine Willkommens-, sondern eine Verabschiedungs- bzw. Vertreibungskultur.“   

 Weiße Vormachtstellung und Apartheid in Afrika

Bleibt die Frage, wie einer weißen Minderheit mit einer „Willkommenskultur“ begegnet werden soll, wenn diese sich längst in Afrika aufhält. Und ohne den Vertreibungs- und Enteignungsprozess gut zu heißen, ist er doch eine Folge der Jahrhunderte alten weißen Vormachtstellung und Apartheid in Afrika. Das alles weiß Klonovsky sicherlich, aber er klammert die Hintergründe wohl aus, um die Willkommenskultur, die bei den politischen Rechten im Umgang mit Flüchtlingen längst auf dem Index steht, für Weiße in Afrika als gewünscht zu formulieren.  Damit führt er den Begriff ad absurdum, sind es doch gerade die Folgen kolonialer Ausbeutung, die die Menschen fliehen und vor geschlossenen Grenzen in Europa verzweifeln lassen. 

In seiner Erzählung jedoch ist der Schwarze der Aggressor, und die weiße Minderheit wird in Opferstellung gebracht, was den Leser für das nun Folgende auf Temperatur bringen soll. Im Kontext illegaler Grenzdurchbrüche in der spanischen Enklave Ceuta spricht er denn auch von „Aggressoren, die auf Beute, auf Raub und Sozialbetrug“ aus seien, wobei man hier genauso gut den Kolonialisten einsetzen könnte. In Umkehrung des historischen Aggressors schließt sich somit der Kreis, und der Weiße wird ein in seiner Existenz bedrohtes unschuldiges Opfer.

AfD und Rassismus in seiner puren Ausprägung

Damit all die potentiell bedrohten Leser aus der Lektüre die richtigen Konsequenzen ziehen, muss das sich zu erwehrende böse Gegenüber zumindest ein Stück weit animalisiert bzw. als kulturelle Gruppe minderwertig behauptet werden. Seine Inhalte schöpft Klonovsky aus einem Blog „Moral und abstraktes Denken. Wie Afrikaner sich von Westlern unterscheiden mögen“ (Gedaliah Braun) und einem Textbeitrag von Hadmut Danisch, der auf der Maskulinistenplattform „Wikimannia“ als „Wissenschaftskritiker“ vermerkt ist.

Vorstellen will Klonovsky den „Menschenschlag“, auf den „wir uns – womöglich – einzulassen haben, wenn diese Beobachtungen zutreffen“. Tja, wenn. Folgt man seinem Text weiter, scheinen bei ihm jedenfalls keinerlei Zweifel zu bestehen. Alles ist angerichtet für ein rassistisches Feuerwerk, welchem jeder folgt, der Klonovskys Ausführungen in seinem Sinne „begrübelt“.

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