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MG5 Das schwäbische Problem

Heckler Koch, der Hersteller des Standard-Maschinengewehrs der Bundeswehr MG5, muss auf dem globalen Waffenmarkt Kasse machen. Lange Entwicklungszeiten sind dem nicht zuträglich. Ein Kommentar.

Die Waffenschmiede Heckler & Koch in Oberndorf. Foto: dpa

Das avisierte leichte Standard-Maschinengewehr der Bundeswehr, das MG5, hat Probleme. Wer hat’s entworfen? Heckler & Koch, wer sonst. Wundert das? Nein, im Mai schon hieß es, das MG streue etwas beim Schießen (was ja eigentlich so die Idee hinter dem Prinzip Maschinengewehr ist). Aber muss man das en détail wissen? Kaum, denn das eigentliche Problem ist die schwäbische Waffenschmiede.

Sicherlich arbeiten dort zig versierte Ingenieure, die stets ihr Bestes geben (die aber auch spannende zivile Projekte verfolgen könnten) und denen es in der Seele wehtut, wenn man ihre Arbeit kritisiert. Dort sitzen aber auch Vermarkter und Manager. Die müssen auf dem engen, weil globalen Waffenmarkt Kasse machen. Ihrem Profit nicht zuträglich sind lange Entwicklungszeiten, politische Er- wie Abwägungen und erst recht nicht die Meinung von Soldaten. Marketing, Lobbyismus und hohle Parolen von nationaler Souveränität dank nationaler Waffenproduktion sind viel schneller, also profitträchtiger. Warum sollten Waffenverkäufer in Oberndorf am Neckar anders denken als Zocker in Frankfurt, New York oder London?

Wie entkäme man dem Dilemma? Mit einer gesamteuropäischen Waffenschmiede. Das MG5 erinnert ja nicht umsonst an das belgische FN MAG von 1958.

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