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„Marionetten“ Xavier Naidoo mit neuem Wutbürger-Song

Mit „Marionetten“ beweist Xavier Naidoo einmal mehr seine Nähe zu den „Reichsbürgern“. Verschwörungstheorien im Wutbürger-Modus gibt es bei Pegida jedoch kostenlos. Ein Kommentar.

Rechte Mahnwache in Berlin 2014
Xavier Naidoo hat keine Berührungsängste. Foto: imago stock&people (imago stock&people)

Xavier Naidoo hat wieder öffentlichkeitswirksam zugeschlagen. Der Lieblingsbarde aller Reichsbürger und Pegida-Marschierer legt mit seinem neuen Song „Marionetten“ erneut ein Stück vor, das vor rechter Verschwörungstheorie und Wutbürger-Terminologie nur so strotzt.

„Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter. Teile eures Volks - nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter. Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid. Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid“, trällert Naidoo und bedient sich einer Vorlage von Ex-Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling, die einst den Politikern mit Mistgabeln gedroht hatte. 

„Wenn ihr die Tür nicht aufmacht, öffnet sich plötzlich ein Warnung durchs Fenster. Vom Stadium zum Zentrum eine Wahrheitsbewegung“ geht es munter weiter, womit der Sänger einigermaßen unzweideutig zur Gewalt aufruft.

Die NPD hat den Song auf Twitter bereits gewürdigt, was Naidoo, der aus seiner Nähe zu den „Reichsbürgern“ noch nie einen Hehl gemacht hat, nicht weiter verärgern dürfte. Immerhin hatte er bereits 2014 im Focus kundgetan, auch auf die NPD zugehen zu wollen.

Die von Jürgen Elsässer verantwortete Compact klatscht ebenso begeistert Beifall: „‘Volksverräter‘: Xavier Naidoo ruft zum Widerstand auf“, titelt das Magazin und orakelt, „Marionetten“ könnte „zur Hymne der friedlichen Volksopposition“ werden.

Da hat der Autor wohl nicht richtig zugehört: „Und wenn ich nur einen in die Finger bekomme. Dann zerreiß ich ihn in Fetzen. Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen“ klingt jetzt nicht nach einem Angebot zum konstruktiven Diskurs.

Inwiefern das Lied ein Fall für die Justiz ist, mögen die zuständigen Stellen entscheiden. Weshalb Xavier Naidoo aber auf Vox noch Sendezeit eingeräumt wird, bleibt hingegen das Geheimnis des Senders.

Am 1. Mai starten die „Söhne Mannheims“ um Naidoo ihre Tournee: „Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?“, darf er dann seinem Publikum entgegenschmettern, das im Vorfeld für ein Ticket um die 60 Euro hinblättern muss.  Was es bei Pegida kostenlos gibt, ist bei Naidoo eben nicht ganz billig.

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