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Lufthansa Historischer Kompromiss

Lufthansa und die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO zeigen, wie der Ausweg aus einem verfahrenen Tarifkonflikt aussieht. Daran könnten sich auch die Piloten ein Beispiel nehmen. Ein Kommentar.

UFO und Lufthansa haben sich geeinigt. Foto: dpa

Geht doch. Die Lufthansa und die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO zeigen, wie der Ausweg aus einem verfahrenen Tarifkonflikt aussieht. Beide Seiten schließen Verträge über die unstrittigen Themen und einigen sich auf ein Schlichtungsverfahren. Dafür wird Matthias Platzeck, Exministerpräsident von Brandenburg, eingespannt. Allein die Personalie erhöht den Einigungsdruck für beide Seiten. Denn Platzeck hat beim Lokführerkonflikt gezeigt, dass auch in beinahe ausweglosen Situationen eine Lösung gefunden werden kann.

Hinzu kommt wachsende Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten. Das Lufthansa-Management hat kapiert, dass die vielen ungelösten Konflikte im Konzern Investoren inzwischen extrem verstören. Und auch UFO-Chef Nicoley Baublies steht unter Druck, denn viele seiner Mitglieder werden immer nervöser. Zudem will er sich im Kampf um Einfluss unter den Arbeitnehmerorganisationen der Lufthansa profilieren.

Das ist ihm nun gelungen. Grundvoraussetzung: Er erkennt an, dass die Beschäftigten in der neuen Billigsparte Eurowings nicht mehr zu alten Lufthansa-Konditionen bezahlt werden können. Zugleich will er aber sicherstellen, dass die Beförderung von Eurowings zur LH nebst Gehaltserhöhungen möglich ist. Ein historischer Kompromiss. Auf diese Weise muss auch der Tarifkonflikt der Piloten gelöst werden.

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