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Kopftuch und Kippa Jede Form von Rassismus ist zu verurteilen

Der antisemitische Angriff in Berlin löst zu Recht Entsetzen aus. Aber warum wird antimuslimischem Rassismus eigentlich nicht die gleiche Aufmerksamkeit zuteil? Ein Kommentar.

Torah and Kippa
Torah und Kippa. Foto: imago

Gürtelschläge wegen Tragens einer Kippa: Bei dem, was sich nach den derzeitigen Erkenntnissen am Dienstagabend in Berlin zugetragen hat, handelt es sich ohne Zweifel um einen Fall von antisemitischem Rassismus. Dass das Tragen der Kippa Teil eines Experiments war und der Träger gar kein Jude ist, ändert daran nichts. Insofern ist die öffentliche Empörung über den Vorfall sehr berechtigt. Und auch die Sorge angesichts der mutmaßlichen Zunahme antisemitischer Übergriffe. 

Genauso viel Sorge macht aber, dass andere Formen von Rassismus nicht annähernd die gleiche Aufmerksamkeit der Politik erfahren. Muslimische Kopftuchträgerinnen beklagen häufig, im Alltag mit Pöbeleien rechnen zu müssen, auch körperliche Attacken gab es schon. Eine unabhängige Statistik dazu fehlt. Warum ruft eigentlich niemand außer den Betroffenen selbst danach?Nachgewiesen ist eine versteckte Form antimuslimischen Rassismus: Kopftuchträgerinnen werden bei Bewerbungen um Jobs regelmäßig benachteiligt. 

Rassismus hat viele Gesichter und muss in allen seinen Formen bekämpft werden, denn in ihm steckt immer ein Angriff auf die offene Gesellschaft, in der nicht alle gleich sind – aber alle gleich berechtigt. Indem die Politik den einen Angriff zurückweist, den anderen aber nicht ebenso, weist sie Schutz und Solidarität willkürlich zu. Genauso tun es die Rassisten. 

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