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Kopftuch Kein Verbot

Es hilft nicht, wenn Mädchen für ein paar Stunden das Kopftuch nicht tragen dürfen. Wichtiger ist es, dass sie sich in der Schule zu selbstbewussten jungen Frauen entwickeln können. Ein Kommentar.

Kopftuch in der Schule
Das Kopftuch könne zu sozialer Ausgrenzung führen, sagt „Terre des Femmes“. Foto: dpa

Mädchen zu sehen, die ihre Köpfe unter einem Stück Stoff verhüllen müssen, bleibt verstörend. Wohl auch deshalb will die Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ Kopftücher für Mädchen verbieten lassen. Ein Verbot ist umstritten – innerhalb von Parteien und bei Experten. Vieles dreht sich um die Frage, ob ein Kopftuch ein religiöses oder ein politisches Symbol ist. Als religiöses wird es zumindest juristisch gesehen. Man beruft sich auf die Religionsfreiheit und zudem auf das Erziehungsrecht, in das der Staat nicht eingreifen dürfe. Verbotsbefürworter sagen, die Selbstbestimmung werde unterdrückt.

Doch hilft ein Verbot? Verbessert es die Situation für die Mädchen, wenn sie das Tuch für ein paar Stunden am Tag abnehmen müssen, um dann nach der Schule wieder in die Strukturen ihrer Familie zurückzukehren? Ein Verbot greift weit in das Grundrecht ein. Und die Hintergründe für das Tragen eines Tuchs sind vielseitiger, als es den Eindruck macht. Wichtiger ist es, dass sich Mädchen in der Schule zu selbstbewussten jungen Frauen entwickeln können, damit sie ihre Entscheidung für oder gegen ein Kopftuch eigenständig treffen können – auch gegen den Willen der Eltern und gegen Traditionen. Das muss Aufgabe von Schule und Integration sein.

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