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Kommentar zu Piëch-Ausstieg bei VW Das Ende einer Ära

Ferdinand Piëch will seine VW-Anteile verkaufen. Es wäre ein Milliarden-Deal - und ganz im Stil des „Firmenpatriarchen“ Piëch. Ein Kommentar.

Führte VW in den 90er Jahren an die Weltspitze: Der ehemalige VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch
Führte VW in den 90er Jahren an die Weltspitze: Der ehemalige VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch Foto: dpa

Der Ausstieg von Ferdinand Piëch bei Volkswagen bedeutet das Ende einer Ära. Piëch will sein  Aktienpaket an der Porsche-Holding verkaufen, die wiederum gut 52 Prozent der VW-Anteile mit Stimmrecht besitzt. Verwandte des Familienclans Porsche/Piëch wollen die Papiere kaufen, die rund eine Milliarde Euro wert sind.

Piëch kommt weiterer Demütigung zuvor

Das Veräußern der Wertpapiere ist ganz im Stil des „Firmenpatriarchen“. Er käme damit einer weiteren Demütigung zuvor. Es laufen Bestrebungen, ihm seinen letzten Posten im Konzern als Aufsichtsrat der Porsche SE wegzunehmen.

Muss man Mitleid mit Piëch haben? Nein. Wobei alles dafür spricht, dass Piëch frühzeitig vom Abgasskandal wusste und Konsequenzen verlangte. Er konnte sich nicht durchsetzen und musste im Frühjahr 2015 vom Posten des VW-Aufsichtsratschefs zurücktreten.

Piëch ist überdies derjenige, der den VW-Konzern in den 90er Jahren aus einer schweren Krise holte und an die Weltspitze der Autobranche führte. Er hat aber auch eine Unternehmenskultur geschaffen, die als „Nordkorea minus Arbeitslager“ bezeichnet wurde. Autoritär und zentralistisch.

Das erst hat den Dieselskandal ermöglicht. Ingenieure trauten sich nicht zuzugeben, dass sie  Abgasnormen nicht erfüllen können. Also tricksten sie. Manager machten beim Vertuschen kräftig mit, weil sie um ihren Job fürchteten.

Das Ergebnis: Der Konzern ist in der schwersten Krise seit seiner Gründung. Der Betrug wird  mindestens 30 Milliarden Euro kosten. 

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