Lade Inhalte...

Kommentar Neue Minister, alte Krise

Ein politisches Schwergewicht, das eigene Akzente setzen würde, war in Paris nicht erwünscht.

Emmanuel Macron
Der frazösische Präsident Emmanuel Macron. Foto: rtr

Frankreichs einst so risikofreudiger Staatschef geht auf Nummer sicher. Francois Rugy, dem er nach dem Abgang des Naturschützers Nicolas Hulot das Umweltministerium anvertraut hat, ist ein loyaler Gefolgsmann. De Rugy wird kaum mit Getöse hinwerfen, wenn Emmanuel Macron angesichts düsterer Wirtschaftsdaten umweltpolitisch Gebotenes hintenanstellt. Anders als der Idealen verhaftete Vorgänger dürfte der Nachfolger Kabinettsdisziplin hochhalten. Dass der als Umweltminister gehandelte Daniel Cohn-Bendit nach einem Vier-Augen-Gespräch mit Macron abgewinkt hatte, passt ins Bild. Ein politisches Schwergewicht, das eigene Akzente setzen würde, war in Paris nicht erwünscht.

Vertan ist die Chance, die sich in Frankreich rapide verflüchtigende Aufbruchsstimmung anzufachen. Was der als Visionär angetretene Staatschef bereits im Kreise der EU-Partner erleben musste, ist ihm nun auch im eigenen Land beschieden. Eben noch gefeiert, steht er erschreckend allein da. Dem ehemals als Jupiter Gehandelten bleibt der Trost, dass die Opposition auch nicht zum Hoffnungsträger taugt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen