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Kommentar Chinas Hebel

Die Volksrepublik hat sich mit ihrer Afrika-Strategie viel Einfluss verschafft.

Ob Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Afrika-Besuch vergangene Woche wirklich etwas erreicht hat, um Fluchtursachen zu bekämpfen, die Zahl der Migranten zu verringern? Vermutlich nicht. Denn die EU besitzt dort kaum politisches Kapital. Sie hat auch keine Hebel, um die Führer des Kontinents in ihrem Sinne zu beeinflussen. Anders China. Die nach der EU zweitgrößte Wirtschaftsmacht auf dem Planeten hat eine Mehrheit der afrikanischen Staaten in ein eigenes Einflusssystem eingebunden.

China verdankt die starke Stellung in Afrika drei Strategien. Die erste ist das „pragmatische Engagement“. Abgesandte aus dem Reich der Mitte nehmen die Vertreter afrikanischer Länder ernst. Sie treten nicht väterlich und bevormundend auf wie klassische Entwicklungspolitiker. Sie reden auch nicht in die Regierungsform und die Gesellschaft hinein. Dafür gibt es umso mehr Geld, wie Xi Jinping auch nochmals in seiner Auftaktrede für den laufenden China-Afrika-Gipfel betonte.

Zweitens investieren die Chinesen in konkrete Infrastruktur. Warum haben USA und EU dort nie Eisenbahnen gebaut? China nennt es nicht Entwicklungshilfe, aber die Ausgaben geben der Entwicklung einen enormen Schub. Drittens hat China eine hohe Toleranz für Korruption. Die Verantwortlichen wissen, dass ein Teil des Gelds in den Taschen der Elite landet. Es ist ihnen jedoch egal – oder gar als eine Art bewusster politischer Bestechung erwünscht. Das ist nicht schön und sicher kein Vorbild. Aber auch das wirkt.

Bericht S.15

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