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Kolumbien Vor einem Paradigmenwechsel

Der Wahl Iván Duques zum kolumbianischen Präsidenten lässt nicht viel gutes Hoffen - auch, weil er den Friedensprozess mit den Farc korrigieren will. Unser Kommentar.

Iván Duque
Iván Duque will den Friedensprozess mit den Farc-Rebellen korrigieren. Foto: dpa

Wenn der künftige Präsident Iván Duque all das in die Tat umsetzt, was er im Wahlkampf versprochen hat, dann wird Kolumbien zum Ende seiner Amtszeit in vier Jahren ein anderes Land sein. Er hat nicht weniger als einen Paradigmenwechsel vor, auch wenn das in seiner ersten Rede als gewählter Staatschef noch anders klang.

Seine Worte der Versöhnung, der Armutsbekämpfung, des Umweltschutzes und der Inklusion passen nicht so richtig zusammen mit dem Plan, das Friedensabkommen mit den Farc zu überprüfen, für das Fortsetzen der Verhandlungen mit der ELN harte Konditionen zu stellen, mit dem Extraktivismus weiter die Wirtschaft zu befeuern, die LGBTI-Rechte nicht mehr als Verantwortung des Staates zu sehen und vor allem die Wirtschaft auf neoliberal trimmen zu wollen.

In den vom Bürgerkrieg meistbetroffenen Regionen wie etwa dem Cauca steigt zudem die Furcht, dass die Angriffe und Anschläge auf Gewerkschafter und Politikaktivisten noch zunehmen. Sie haben ohnehin seit Ende des Friedensprozesses mit den Farc exponentiell zugenommen, auch weil der Staat nichts dagegen tut. In diesem Sinne ist das einzig Gute an Duques Präsidentschaft, dass er nicht wiedergewählt werden kann. Eine Verfassungsänderung verbietet dies. 

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