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Kobalt Haarsträubende Arbeitsbedingungen

Ein sauberes Image verdient die Elektromobilität nur, wenn am Anfang der Wertschöpfungskette keine schmutzigen Geschäfte stehen. Unser Kommentar.

Kongo
Die Arbeitsbedingungen beim Abbau von Kobalt sind haarsträubend. Foto: rtr

E-Autos, Laptops, Smartphones – Kobalt steckt in fast allen Akkus. Für die Batterie eines Elektromobils braucht es sage und schreibe zehn Kilo des seltenen blauen Metalls. Rund die Hälfte der weltweit abgebauten Menge an Kobalt stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Gefördert wird es in Zentralafrika in industriellen Minen internationaler Konzerne, aber auch im Kleinbergbau.

Die Arbeitsbedingungen dort sind haarsträubend. Kinderarbeit zum Beispiel ist weit verbreitet. Ohne Schutzausrüstung zerkleinern Minderjährige und Erwachsene das Gestein und atmen dabei den giftigen Kobaltstaub ein – das dokumentieren zahlreiche Berichte von Amnesty International und anderen Nichtregierungsorganisationen. Über dunkle Kanäle landet das Metall dann in den Fabriken, die Batterien für unsere schicken Elektroflitzer produzieren.

Und wie steht die Automobilbranche dazu? Wortreich bekennen sich die Hersteller zu einer nachhaltigen und sozial verantwortlichen Rohstoffbeschaffung. Tatsächlich wissen sie meist nicht, aus welcher Quelle ihr Kobalt letztlich kommt.

Die Politik muss da reagieren. Die EU sollte die Verordnung über Konfliktmineralien, die seit Mitte 2017 in Kraft ist, umgehend erweitern. Bislang gilt sie nur für Zinn, Tantal, Wolfram und Gold. Metalle der Zukunft wie Kobalt und Lithium, die für die Elektromobilität noch unverzichtbar sind, müssen unbedingt mit auf die Liste. Damit Importeure und Verarbeiter dieser Rohstoffe über ihre menschenrechtliche Sorgfalt in der Beschaffung berichten und ihre Lieferkette transparent machen müssen. 

Ein sauberes Image verdient die Elektromobilität nur, wenn am Anfang der Wertschöpfungskette keine schmutzigen Geschäfte stehen.

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