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Katalonien Ein Desaster für Spanien

Bilder von Polizeigewalt gegen Demonstranten macht die Separatisten in Katalonien zu Gewinnern und die Regierung Rajoy zum Verlierer. Ein Kommentar.

Referendum in Katalonien
Einheiten der spanischen Nationalpolizei versuchen in Barcelona zu verhindern, dass Menschen eine von der katalanischen Regierung zum Wahllokal umfunktionierte Schule erreichen, um ihre Stimme beim Referendum abzugeben. Foto: dpa

Die katalanischen Separatisten haben gewonnen. Nein, sie haben nicht das Referendum für sich entschieden, auch wenn sie demnächst einen überragenden Sieg für das Ja für ein unabhängiges Katalonien bekannt geben werden. Das muss man nicht ernst nehmen. Diesem Referendum fehlten alle rechtsstaatlichen Garantien, weswegen viele Katalanen gar nicht erst daran teilnahmen.

Aber das Referendum hat stattgefunden, das ist der erste Sieg der Separatisten. Wie ein Mantra hatte Spaniens Ministerpräsident Rajoy in den vergangenen Monaten ein ums andere Mal gesagt: Es wird am 1. Oktober kein Referendum geben. Und es gab eines, unübersehbar, mit richtigen Urnen und Wahlzetteln, trotz allen Durchsuchungen und Beschlagnahmungen der letzten Tage.

Der zweite Sieg der Separatisten sind die Szenen von Polizeigewalt, von brutalen Beamten und blutenden Demonstranten. Eine Steilvorlage für die katalanische Regionalregierung: Welt, sieh her, so werden friedliche Katalanen von einer wild gewordenen spanischen Regierung behandelt. Es ist ein Desaster für Rajoy. Und ein Desaster für Spanien. So wie dieser Sonntag abgelaufen ist, war er erst der Auftakt für noch viel schwerere Verwerfungen.  

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Spanien

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