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Kanzler-Wahl Nein-Stimmen zeigen, wie wackelig die GroKo ist

35 Stimmen weniger als vorgesehen erhielt Angela Merkel bei der Kanzlerwahl. Die Nein-Sager zeigen an, wie hoch das Frustpotenzial in der Großen Koalition ist. Ein Kommentar.

Wahl der Bundeskanzlerin
Mit nur neun Stimmen „über den Durst“ gewählt: Kanzlerin Angela Merkel. Foto: Wolfgang Kumm (dpa)

Die Wahl der Kanzlerin war nüchtern, ja fast geschäftsmäßig. Nach kaum mehr als einer Stunde stand am Mittwochmorgen das Ergebnis fest. Es folgten Applaus, Angela Merkels Worte: „Herr Präsident, ich nehme die Wahl an“ – und Blumen, Blumen natürlich.

Das Gute daran ist, dass Deutschland nach fast sechs Monaten eine Regierung bekommt, die nicht nur geschäftsführend amtiert. Endlich. Dies wird das herrschende politische Durcheinander hoffentlich etwas beruhigen. Die Republik jedenfalls braucht eine Regierung. Und Europa braucht sie auch.

Unübersehbar ist freilich, dass Merkel 35 Stimmen weniger erhielt, als sie hätte erhalten können. Sie hat neun Stimmen „über den Durst“, mehr nicht. Die Nein-Sager dürften gleichermaßen aus der Union wie aus der SPD kommen. Sie zeigen an, wie hoch das Frustpotenzial in der Großen Koalition ist. Und sie sind ein Indiz dafür, dass die Koalition womöglich nicht bis zum Ende der Legislaturperiode durchhält.

So oder so dürften die kommenden dreieinhalb Jahre solche des Übergangs sein. Die nächste Koalition dürfte kaum mehr eine große werden – schon allein, weil sie vielleicht gar keine Mehrheit mehr zustande brächte. Und die nächste Kanzlerin wird gewiss nicht Merkel heißen.

Wir leben in provisorischen Zeiten. Daran wird dieser 14. März 2018 nichts ändern.

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