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IS-Terror Neue "IS"-Filiale in Libyen

Genauso wie das Leid der Flüchtlinge rückt auch die Gewalt der Unglücksregion immer direkter an das wohlbehütete Europa heran. Doch Bomben allein bringen weder Stabilität noch Sicherheit. Ein Kommentar.

Ein von dem "IS" in Brand gesetzter Öltank im libyschen Ras Lanuf. Foto: afp

Der Nahe Osten kommt näher. Genauso wie das Leid der Flüchtlinge rückt auch die Gewalt der Unglücksregion immer direkter an das wohlbehütete Europa heran. Mittlerweile etabliert der „Islamische Staat“ sogar am gegenüberliegenden Ufer des Mittelmeeres seine nächste Terrordrehscheibe.

Kein Wunder, dass hohe IS-Kader in Irak und Syrien bereits ein Auge auf ihre neue Filiale in Libyen geworfen haben, die bisher keine Luftangriffe und keine Staatsmacht zu fürchten hat. Denn im ursprünglichen Kalifatsgebiet geht es bergab. Der Verfall des Ölpreises dezimiert die Schmuggelprofite. Seit den IS-Anschlägen von Paris ist die Geduld der internationalen Gemeinschaft mit dem klammheimlichen Doppelspiel der Türkei vorbei. Alle Anstrengungen der internationalen Allianz jedoch wären umsonst, wenn die IS-Mörderbande am Ende nur einfach weiterzieht, von Mesopotamien ans nordafrikanische Mittelmeer.

Daher werden die westlichen Verbündeten ihren militärischen Druck zwangsläufig auch auf Libyens Dschihadisten ausdehnen müssen. Bomben allein aber bringen weder Stabilität noch Sicherheit. Egal ob in Libyen, Syrien oder Irak. Die Geißel des IS wird sich nicht beseitigen lassen, so lange die fundamentalen politischen Defizite bleiben, die den blutrünstigen Fanatikern die Tür zu den Staatsgebäuden erst geöffnet haben.

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