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Iran Sachlich diskutieren ohne Ahmadinedschad

Dass der frühere iranische Präsident nicht als Kandidat zur Wahl zugelassen wird, dürfte sich als weise Entscheidung des Wächterrats erweisen - auch im Hinblick auf den Atom-Deal mit dem Westen. Ein Kommentar.

Mahmud Ahmadinedschad
Als iranischer Präsident verweigerte sich Hardliner Ahmadinedschad jedem Kompromiss im Streit um das iranische Atomprogramm. Foto: dpa

Es gibt noch Nachrichten, die ein wenig beruhigen. Im Iran ist der frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad nicht als Kandidat zur Präsidentschaftswahl am 19. Mai zugelassen worden. Das dürfte sich als weise Entscheidung des sogenannten Wächterrats erweisen. Denn Ahmadinedschad war es, der in seiner Amtszeit von 2005 bis 2013 den Iran in eine internationale Isolierung getrieben hat, deren wirtschaftliche Folgen bis heute nicht überwunden ist. Ahmadinedschad verweigerte sich jedem Kompromiss im Streit um das iranische Atomprogramm. Seine Hetze gegen Israel war unerträglich.

Vor allem aber könnte die Entscheidung, dass Ahmadinedschad nicht antreten darf, die Diskussion um den Fortbestand des Atom-Deals zwischen dem Iran und dem Westen versachlichen. Der kam erst zustande, als Ahmadinedschad aus dem Amt geschieden war und der vergleichsweise gemäßigte Hassan Ruhani zum Präsidenten gewählt wurde. Erst dann wurden auch die internationalen Sanktionen gegen den Iran gelockert.

Nun ist es ohnehin ein Problem, dass Donald Trump in den USA einen außenpolitischen Zickzack-Kurs fährt und immer dann in Schnappatmung verfällt, wenn er auf den Atom-Kompromiss mit dem Iran zu sprechen kommt. Eine mögliche Wiederwahl Ahmadinedschads hätte Trump auch noch Argumente in die Hand gegeben, um den Deal vielleicht tatsächlich aufzukündigen. Das aber wäre eine unvernünftige und gefährliche Option. Deswegen ist es gut und richtig, dass Ahmadinedschad nicht auf dem Wahlzettel steht.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Iran

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