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Identitäre Propaganda an Bord

Den Identitären geht es nur um eines: Spektakuläre Bilder. Dass sie dafür im Mittelmeer Leben aufs Spiel setzen wollen, ist menschenverachtend. Ein Kommentar.

Identitäre
Mehr kleine Kader-Organisation als große Bewegung: Identitäre demonstrieren in Berlin. Foto: Imago

Noch ist nicht einmal gesichert, dass die selbsternannten Verteidiger Europas je auf dem Mittelmeer kreuzen werden. Ihr Schiff hat den Suez-Kanal wohl noch nicht durchquert. Aber eines haben die rechten Aktivisten bereits erreicht: Aufmerksamkeit. Und nur darum geht es ihnen.

Die „Identitäre Bewegung“ ist alles andere als eine Bewegung, sie ist eine eher kleine Kader-Organisation. Und allem modernen Marketing zum Trotz, stammen viele Anführer aus der Neonazi-Szene. Ihre neue Strategie: „Bildwaffen“. So beschreiben sie es selbst. Alles zielt nur darauf, möglichst emotional aufgeladene Aufnahmen für die sozialen Netzwerke zu generieren – und auch die Medien quasi zur Berichterstattung zu zwingen. So wie jetzt. Das Gefährliche: Damit das funktioniert, muss jede Aktion die vorherige übertreffen.

Wenn die Jungmänner mit den Seitenscheiteln jetzt tatsächlich bereit sein sollten, andere für ihre Märtyrer-Selfies auf dem Mittelmeer in Lebensgefahr zu bringen, zeigt das erneut die Menschenverachtung der Identitären. Und wirft schon jetzt die Frage auf: Was kommt danach?

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