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Horst Seehofer Seehofer lernt von Trump

Der Mann, der das Land in die größte Regierungskrise seit Jahr und Tag gestürzt hat, stellt sich dar als eine von bösen Medien verfolgte, ehrliche Haut. Das kennen wir doch von irgendwoher. Unser Kommentar.

Donald Trump
Donald Trump hat die größeren Bierzelte. Foto: rtr

Von Trump lernen, heißt ... Ja, was eigentlich? Das Wort Fake News benutzen? Medien beschimpfen? Polarisieren, wo immer es geht? Zündeln und dann Feurio rufen? Die Welt über Twitter mit den eigenen Ansichten versorgen? Das macht Trump seit Jahr und Tag, und Horst Seehofer hat – in der passend verschwitzten Bierzeltatmosphäre – angekündigt ihm zu folgen. 

Die Rezepte sind identisch. Die Medien wirft Seehofer in seiner Ansprache allesamt in einen Topf mit einzelnen Hirnis, die irgendwann Blödsinn über ihn geschrieben haben. Nach der Rede, im kleinen Kreis, erklärt er: war nicht so gemeint. Erst verschärft er in unverantwortlicher Wortwahl das Thema Migration radikal bis fast zum Koalitionsbruch, um heute zur Mäßigung aufrufen. Hätte er damit mal bei sich begonnen.

Der Mann, der das Land in die größte Regierungskrise seit Jahr und Tag gestürzt hat, stellt sich dar als eine von bösen Medien verfolgte und missverstandene ehrliche Haut. Der Hetzer stilisiert sich zum Opfer, und im gleichen Atemzug macht er wieder Stimmung gegen Asylbewerber. Den Gipfel der Verlogenheit erklimmt er, wenn er vorgibt, es erfordere schon Seehofer’schen Mut auszusprechen, dass Bayern nicht muslimisch, sondern christlich geprägt sei. Wir sind auf den ersten Tweet gespannt.

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