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Hartz IV Beschämende Systemfehler des Kapitalismus

Die Bundesagentur für Arbeit steht nicht im Ruf, die Dinge schlechtzureden. Fakt ist: Wer im Hartz-IV-System gelandet ist, bleibt im Schnitt immer länger drin. Ein Kommentar.

Hartz IV
Wer einmal Hartz IV bezieht, findet nur schwer auf den Arbeitsmarkt zurück. Foto: dpa

Wer über Kaltherzigkeit im Kapitalismus klagt, muss sich nicht selten als Schwarzmaler bezeichnen lassen: Der Wirtschaft geht es gut, seid ihr denn nie zufrieden?

Die Bundesagentur für Arbeit steht nicht im Ruf, die Dinge schlechtzureden. Warum redet sie dann von einer „Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit“? Ganz einfach, es ist keine Schwarzmalerei, sondern wahr. Wer im Hartz-IV-System gelandet ist, bleibt im Schnitt immer länger drin, das sagen die neuesten Zahlen. Mitten im Wohlstand leistet sich dieses Land nicht nur Niedriglöhne, Befristungen und Solo-Selbstständigkeit an der Armutsgrenze, sondern auch eine „verfestigte“ Chancenlosigkeit am unteren Ende der sozialen Skala.

Die Betroffenen mögen „schwer vermittelbar“ sein. Aber warum wurden die Mittel für ihre Ertüchtigung immer weiter gekürzt? Wo ist der soziale Arbeitsmarkt, der sie mit Jobs und würdiger Bezahlung versorgt? Es wirkt, als nähmen die „Eliten“ die beschämenden Systemfehler des Kapitalismus achselzuckend hin. Das Wort „Armutszeugnis“ trifft insofern gleich doppelt zu.

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