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Gender Pricing Weder blau noch rosa

Frauen leben teurer, zum Beispiel bei der Kosmetik und beim Friseur: „Gender Pricing“ nennt sich das. Muss das sein? Nein, und jede(r) kann etwas dagegen tun. Ein Kommentar.

Rasierer
Rasierer - in Blau und Rosa. Foto: Imago

Rasiert ein blauer Rasierer schlechter als ein rosafarbener? Wäscht Duschschaum aus einer pinken Tube sauberer als Duschgel aus der grünen Flasche? Meistens sicher nicht. Warum also sollten Frauen für Produkte, die in „geschlechtertypischen“ Farben verpackt sind, mehr bezahlen als Männer? Warum kostet es mehr, eine Bluse reinigen zu lassen, als ein Hemd? Das fragt sich auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und will das sogenannte Gender Pricing abschaffen.

Preisunterschiede, die sich nicht an der Leistung eines Produktes oder einer Dienstleistung festmachen lassen, sondern am Geschlecht der potenziellen Käufer, sind nicht mit der Forderung nach Gleichstellung vereinbar. Eine neue Studie der Stelle belegt aber ebenso, dass in bestimmten Fällen Männer mehr bezahlen, bei Datingportalen oder beim Waxing etwa. Argumentiert wird oft mit Marktmechanismen: Unternehmen richteten sich nach der Nachfrage oder bezögen sich auf unterschiedliche Material- und Herstellungskosten.

Doch bei der Diskussion geht es nur auf den ersten Blick um den teureren Rasierer. Auf den zweiten Blick macht sie deutlich, wie sehr auch die Konsumenten an den anerzogenen, vom Markt verstärkten „Unterschieden“ zwischen Mann und Frau festhalten.

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