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Gehälter der Dax-Manager Der Exzess ist nun Normalität

"Wir sehen keine Vergütungsexzesse", sagte ein Experte für Vorstandsgehälter vergangene Woche. Keine Vergütungsexzesse? Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Der Exzess ist die neue Normalität. Ein Kommentar.

Martin Winterkorn verdient 15,9 Millionen Euro. Foto: dpa

Man ist ja vieles gewohnt als Beobachter der deutschen und internationalen Wirtschaft, aber manchmal schlackern einem dann doch gehörig die Ohren. Etwa bei Sätzen wie diesem: „Wir sehen keine Vergütungsexzesse.“ Diesen Satz hat vergangene Woche Helmut Uder, Experte für Vorstandsgehälter beim Beratungsunternehmen Towers Watson, gesagt, als er eine Studie zum Thema vorstellte.

Keine Vergütungsexzesse? Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Kostproben gefällig? Volkswagen-Chef Winterkorn: 15,9 Millionen Euro. Daimler-Chef Zetsche: 14,4 Millionen. Post-Chef Appel: 9,6 Millionen. Fresenius-Chef Schneider: 9,2 Millionen. Der Exzess ist die neue Normalität.
Zwar gibt es aktuell in Summe keine exzessiven Gehaltszuwächse. Und die Vergütungen der Chefs der Dax-Konzerne sind im internationalen Vergleich tatsächlich unterdurchschnittlich. Dennoch sind die Gehälter zu hoch. Nur zur Erinnerung: Seit 1997 haben sich die Bezüge der Dax-Chefs in etwa versiebenfacht. Viele „normale“ Beschäftigte, insbesondere die unteren Lohngruppen, mussten im gleichen Zeitraum Reallohnverluste hinnehmen.

Es mag utopisch sein zu glauben, dass sich die Vorstandsvergütungen jemals wieder einem vernünftigen Maß annähern werden. Wer sie aber zur Normalität erklärt, redet bereits der nächsten kräftigen Gehaltsrunde für die Firmenspitzen das Wort.

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