Lade Inhalte...

G7-Gipfel Die Spaltung ist möglich

US-Präsident Trump möchte Russland wieder beim Treffen der wichtigsten Industrienationen dabei haben und bedroht mit dem Vorschlag künftige Zusammenkünfte. Ein Kommentar.

G7
US-Präsident Donald Trump möchte Russland wieder dabei haben. Damit steht er alleine da. Foto: afp

Kann sein, dass sich in Kanada, wo sich die Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrienationen treffen, das Gesprächsformat spaltet. Sollte US-Präsident Donald Trump tatsächlich das G7-Treffen vorzeitig verlassen, wäre auch das erledigt. Nun lässt sich einwenden, dass das Schaulaufen der Mächtigen aus dem Westen schon seit Jahren ein Ritual ist, auf das man verzichten könnte.

So einfach ist es nicht. Wenn die sieben ihren Streit auf offener Weltbühne austragen, dann bringt das ein geopolitisches Koordinatensystem ins Wanken. Der Verursacher des Problems heißt Trump, dem die multilaterale Weltordnung egal ist. Er lässt sich nicht einhegen. Und berechenbar ist er auch nicht, wie seine überraschende Forderung erkennen lässt, Russland wieder in diese erlesene Runde aufzunehmen. Angela Merkel hat das erst jüngst ausgeschlossen. Einigten sich die G7 jetzt darauf, wäre das eine Niederlage für die Kanzlerin.

Eine Alternative wäre die Suche nach einem neuen Bündnis jener Staaten, die eine multilaterale Welt nicht als Gefahr ansehen. Aber dazu müsste auch von Deutschland mehr kommen. Sich zu beklagen und darauf zu hoffen, dass auch die Ära Trump mal zu Ende gehen wird, reicht nicht. Bis dahin könnte irreparabler Schaden entstanden sein. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen