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G20-Protest Endlich sind die Linken wieder die Bösen

Nach den Krawallen beim Hamburger G20-Gipfel setzen Politiker wie Peter Altmaier linken Extremismus mit rechtem und islamistischem Terror gleich. Das ist völlig absurd. Unser Kommentar.

G20-Proteste in Hamburg
Brennende Mülltonnen sind einfach nicht dasselbe wie brennende Asylunterkünfte und Laster, die in Menschenmengen rasen. Foto: rtr

„Egal welche Art von Extremisten, ihr seid alle eine Schande! Aber heute hat die linksextreme Brut mal wieder eindrucksvoll bewiesen, dass sie für den Staat zurzeit die größere Gefahr ist.“

So oder ähnlich wie in diesem Facebook-Kommentar lauten derzeit die Sprüche und Kommentare zum G20-Protest, seit am Donnerstagabend die Krawalle in Hamburg ausarteten. Endlich kann man wieder über den „linken Hass“ herziehen.  Hatte man ja schon lange nicht mehr. Die Linken sind die Wurzel des Bösen, haben sie es doch alle schon immer gewusst. Rechtsextreme, Islamisten, klar, schlimm. Aber die Linken, wenn die mal loslegen, dann wird es richtig gefährlich.

Auch Politiker springen auf diesen Zug auf und führen den Vergleich von linker und rechter Gewalt völlig ad absurdum. So twitterte CDU-Mann Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramts, am Samstagnachmittag: „Linksextremer Terror in Hamburg war widerwärtig und so schlimm wie Terror von Rechtsextremen und Islamisten.“

Geplünderte Geschäfte und brennende Autos sind also genauso schlimm wie Mord an Menschen mit Migrationshintergrund und Laster, die in Menschenmengen rasen.

Für die Hinterbliebenen der Opfer des NSU und der Opfer von Nizza, Paris, Brüssel und Berlin ist das ein Schlag ins Gesicht. Altmaiers Tweet wird von der halben CDU fleißig geteilt und gefeiert. Endlich sagt es wieder jemand, Linksextremismus ist genauso schlimm wie Rechtsextremismus.

Was ist das vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse überhaupt für ein Vergleich? Rechtsextreme und Islamisten wollen Leben auslöschen. Sie wollen Menschen tot sehen. Linksextreme zerstören Waren und Besitz.

Das Verhalten der linken Krawallmacher von Hamburg ist völlig daneben. Die Ausschreitungen im Schanzenviertel, wo Flaschen fliegen, Scheiben eingeschlagen und Autos angezündet wurden, werden zu Recht von allen Seiten verurteilt. Gewaltbereite Extremisten sind zu verachten und wählen den falschen Weg für ihre Sache. Immer.

Aber die Sache, um die es dabei geht, ist auch ein wichtiger Punkt: Das Ziel der radikalen Rechten ist die Dominanz der „weißen Rasse“. Radikale Islamisten bekämpfen Freiheit und Offenheit. Radikalen Linken geht es um die Aufhebung von Ungleichheit. Schon die Ideologie dahinter macht einen Unterschied.

Das soll das Verhalten der linken Randalierer, die in den vergangenen Tagen in Hamburg gewütet haben, keinesfalls relativieren. Aber zu behaupten, Linksextremisten seien in irgendeiner Art und Weise wie Rechtsextremisten oder Islamisten, ist eine Verzerrung der Realität. Rechtsextreme und Islamisten bedrohen deine Existenz. Linksextreme dein Eigentum. Das ist nicht dasselbe.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier G20 in Hamburg

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