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Flüchtlingsdeal Erfolg sieht anders aus

Die EU-Kommission bilanziert den Flüchtlingspakt mit der Türkei. Ein Kommentar.

Türkische und EU-Flagge
Der Flüchtlingsdeal mit der Türkei hat auch seine dunklen Seiten. Foto: dpa

Es ist nicht verwunderlich, dass die EU-Kommission den vor einem Jahr geschlossenen Flüchtlingspakt mit der Türkei lobt. Statt knapp einer Millionen Menschen kamen demnach nur noch rund 28 000 Menschen von der Türkei nach Griechenland. Die Zahl der bei der Flucht gestorbenen Menschen sank von 1145 auf 80. Vor allem letzteres ist sehr beeindruckend. Das Geld der EU hat der Türkei geholfen, die Not der Flüchtlinge in ihrem Land zu lindern.

Schön wäre es allerdings gewesen, wenn die Kommission nicht nur Daten geliefert hätte, die ihr ins Konzept passen. Was ist mit jenen Tausenden, die einen anderen Weg nach Europa genommen haben, nachdem die EU-Staaten die Balkanroute dicht gemacht hatten? Und sind auf den unterschiedlichen Wegen nach Europa tatsächlich weniger Menschen umgekommen? Das UN-Kinderhilfswerk kritisiert den Pakt, weil er Hilfesuchende in die Arme von Schleusern treibt. Davon sind vor allem Kinder betroffen.

Zu einer ehrlichen Bilanz gehört auch der politische Preis, den die EU zahlen muss – etwa die Abhängigkeit von der Türkei. Die EU-Verantwortlichen müssten auch sagen, dass der Pakt der Abschottung Europas dient. Doch das hört sich nicht so gut an wie die Zahlen mit der positiven Botschaft. Seite 5

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