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Flüchtlinge Es bleibt einem die Luft weg

Endlich ein neues Wort für Flüchtlingsabwehr: „atmender Rahmen“! Klingt doch viel besser als „atmender Deckel“, oder? Ist aber nicht besser. Ein Kommentar.

Abschiebung von Asylbewerbern
Man kann eine restriktive Flüchtlingspolitik auch deutlich klarer formulieren. Foto: dpa

Ein Ergebnis der Jamaika-Gespräche stand am Samstag schon fest: Der atmende Rahmen ist erfunden. Tina Hassel (ARD) verkündete per Twitter: „Angebot der Grünen ... 200 000 als atmender Rahmen“, nicht zuletzt auch für den Familiennachzug.

Die Flüchtlinge, die irgendwo in Lagern auf das Wiedersehen mit ihren Familien warten, sind sicher erleichtert. In einem atmenden Rahmen lebt es sich ja viel besser als unter dem zuvor diskutierten Deckel, selbst wenn der atmet. Jedenfalls im übertragenen Sinne, denn in Wirklichkeit bleibt man da sitzen, wo man ist, weil sich deutsche Politik aufs Sprachliche konzentriert und nicht aufs Humanitäre.

Über das Prinzip der Abschottung – Stichwort EU-Türkei-Abkommen – haben die Sondierer sowieso nicht mehr gestritten. Es wird dabei bleiben, egal wer genau dann irgendwann regiert. Die Frage war am Ende nicht ob, sondern nur noch, wie viele Familien die angeblich christlichen beziehungsweise freiheitlichen Parteien auseinanderreißen wollen.

Es bleibt einem die Luft weg, atmender Rahmen hin oder her.

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