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Fall Skripal Moskau nimmt London noch ernst

Die britische Premierministerin beschuldigt im Vergiftungsfall Russland, handelt aber innenpolitisch nicht stringent. Immerhin hat Russland die Vorwürfe nicht ignoriert. Unser Komentar.

Theresa May
Theresa Mays Handeln wirft Fragen auf. Foto: dpa

Der britische Vorwurf ist brisant. Demnach hat Russland entweder einen Mordanschlag mit dem Nowichok-Nervengift auf britischem Territorium gegen einen britischen Staatsbürger verübt oder die Tat fahrlässig ermöglicht. Letzteres ist beunruhigend, weil das Gift aus einem Sicherheitslabor in die Hände Unbefugter gelangt wäre.

Allerdings wirft Premierministerin Theresa May Fragen auf. Bisher haben die Ermittlungsbehörden weder Tatverdächtige benannt noch einen möglichen Tathergang rekonstruiert. Dass in Salisbury immer neue Orte abgesperrt wurden und die Bevölkerung erst mit großer Verspätung vor möglichen Vergiftungsfolgen gewarnt wurde, trägt zu Londons Glaubwürdigkeit nicht gerade bei.

Auf internationalem Parkett hat die Brexit-Insel hingegen noch Einfluss. Die USA haben London unterstützt. Sicher auch wegen der angeblichen russischen Einmischung in den US-Wahlkampf.

Russland hingegen hat die Vorwürfe zwar zurückgewiesen, hat sie aber auch nicht ignoriert. Ersteres war erwartbar, Letzteres zeigt: Moskau nimmt London noch ernst. 

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