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Fall Kandel Eine Tragödie wird politisch ausgeschlachtet

Ein 15-Jähriger tötet seine gleichaltrige Ex-Freundin. Weil er ein Afghane ist, schlachtet der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den Fall politisch aus. Ein Kommentar.

Joachim Herrmann
Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) spielt nach dem Mord in Kandel seine alte Platte nur noch lauter: Er will härter und konsequenter abschieben. Foto: Imago

Ein junger Mann hat seine gleichaltrige frühere Freundin erstochen. Das ist eine schreckliche Nachricht. Was den Fall Kandel besonders verstörend macht, ist das jugendliche Alter von Täter und Opfer. Es ist auch einer der Gründe, warum die Nachricht fast eine Woche nach der Tat noch die Menschen beschäftigt. Denn dass ein Mann seine Ex-Partnerin tötet, ist auch in Deutschland leider Alltag und in der Regel auch der „Bild“-Zeitung nicht mehr als eine kurze Meldung wert.

Der eigentliche Grund für die aktuelle Debatte ist die Herkunft des jungen Mannes – er ist ein Asylbewerber aus Afghanistan, der 2016 nach Deutschland kam. In dem Land, aus dem der mutmaßliche Täter stammt, herrschen in weiten Teilen Chaos und Gewalt. Dem bayrischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fällt trotzdem nichts besseres ein, als einen härteren Umgang mit straffälligen minderjährigen Flüchtlingen und ihre „konsequentere“ Abschiebung zu fordern.

Das ist nicht nur populistisch, sondern auch unverantwortlich und kurzsichtig - ganz nach dem Motto: Egal, was weiter passiert, Hauptsache, es passiert nicht mehr bei uns. So wird mit dem Fall Kandel  wieder einmal eine Tragödie politisch ausgeschlachtet.   

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