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Extremisten Pädagogen statt Spitzel

Verfassungsschützer auf den Nachwuchs ansetzen? Machen wir das dann künftig auch bei allen Links- oder Rechtsextremisten und „Reichsbürgern“? Unser Kommentar.

Kinder
Es sollten sich besser Pädagogen um gefährdete Kinder kümmern - und nicht die Sicherheitsbehörden Foto: imago

Man kann den Wunsch der Sicherheitspolitiker durchaus verstehen, nun auch die Kinder von Islamisten durch den Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Sicherheitsrisiko ist Sicherheitsrisiko – sollte man meinen. Ein paar Einwände sind allerdings angebracht.

Zunächst muss man prinzipiell davor warnen, Minderjährige als Sicherheitsproblem zu betrachten. Wo der Präventionsgedanke derart Oberhand gewinnt, wird früher oder später auch erwogen werden, Kinder und Jugendliche vorbeugend ins Gefängnis zu stecken oder sie abzuschieben, wenn es sich nicht um deutsche Staatsbürger handelt. Überdies muss die Frage erlaubt sein, was eigentlich mit den Kindern gewaltbereiter Links- und Rechtsextremisten sowie sogenannter Reichsbürger ist. Sind die etwa nicht gefährdet?

Überhaupt sollten sich um gefährdete Zöglinge von Islamisten nicht in erster Linie Sicherheitsbehörden kümmern, sondern Sozialarbeiter, Psychologen und Pädagogen. Schon heute gibt es ein Netzwerk entsprechender Stellen, dessen Fäden bei der Beratungsstelle Radikalisierung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zusammenlaufen. Dieses Netz wird zusehends dichter geknüpft. Aber dicht genug ist es noch nicht. Das zu ändern, daran sollte in erster Linie gearbeitet werden. 

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