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Euro Reaktionär, nicht links

Sahra Wagenknecht stellt den Euro infrage: Er funktioniere nicht, sagt die stellvertrendende Linksfraktionsvorsitzende. Doch wer den Ausstieg predigt, verhält sich konservativ bis reaktionär. Ein Kommentar.

Sahra Wagenknecht ist der Ansicht, dass der Euro nicht funktioniert. Foto: imago

Mit ihrer Diagnose zum Euro hat Sahra Wagenknecht in vielen Teilen recht. Die herrschende Politik, zuletzt an Griechenland exekutiert, ist antisozial und wenig demokratisch. Ja, man kann am Euro, so wie er ist, verzweifeln. Aber Wagenknechts Therapie heilt nichts. Wer den Ausstieg predigt (und nicht einmal dessen Risiken benennt), verhält sich – linkes Label hin oder her – konservativ bis reaktionär.

Wagenknecht (und eine wachsende Zahl Gleichgesinnter in ihrer Partei) verzichtet im Stil der Konservativen darauf, die bestehenden Verhältnisse – hier: Europa und den Euro – zum Besseren zu wenden. Und sie erweckt stattdessen – reaktionär – den Eindruck, die Rückkehr in die vermeintliche Geborgenheit des Gewesenen würde helfen.

Ob gerechte Politik gemacht wird, das ist eine Machtfrage – in Europa wie in den Nationalstaaten, die Wagenknecht offenbar so sehr schätzt. Statt den Ausstieg zu predigen, sollte eine linke, internationalistische Partei unbeirrt für ihre Ziele kämpfen, gerade in Europa.

Den Nationalstaaten werde eine falsche Politik aufgezwungen, meint Wagenknecht. Nur mal als Denksportaufgabe: Wäre der Euro weg – würde Wagenknecht dann fordern, dass das rot-rote Brandenburg wegen neoliberaler Politik im Bund aus der D-Mark aussteigt?

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