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Essener Tafel Wo der Staat versagt

Die Politik muss die Tafeln überflüssig machen, dann muss auch nicht mehr darüber gestritten werden, wer hilfsbedürftig ist. Ein Kommentar.

Essener Tafel
Der Chef der Essener Tafel droht mit seinem Rücktritt. Foto: afp

Der Druck auf Jörg Sator, den Chef der Essener Tafel, war groß in den vergangenen Tagen, jetzt droht er mit Rücktritt. Ein Haufen Politiker hacke auf ihn und seine Leute ein, ohne die Lage vor Ort zu kennen, schimpft der Mann, der mit seinem Aufnahmestopp für Ausländer bundesweit für Empörung sorgte.

Nun wurde Sators Entscheidung auch unter denen mit Unverständnis aufgenommen, die wie er und seine Kollegen ihre Freizeit für die Ärmsten der Armen opfern – die vielen Mitarbeiter der anderen Tafelvereine im Bundesgebiet. Sie haben zu Recht darauf hingewiesen, dass es auf die Bedürftigkeit ihrer Kunden ankommt und nicht auf deren Herkunft.

Die Essener zeigen mit ihrer Überforderung jedoch, worin das eigentliche Problem besteht: Darin, dass in einem reichen Land wie Deutschland mehr als 930 solcher Tafeln existieren (müssen), von denen viele – wie die in Essen – so stark besucht sind, dass die Lebensmittel nicht für alle Bedürftigen reichen. Dass 60.000 Ehrenamtliche einspringen müssen, wo der Staat jämmerlich versagt. Statt darüber zu diskutieren, wer im Verteilungskampf der Armen mit den Ärmsten die Nase vorn haben sollte, muss die Politik die Tafeln an sich überflüssig machen. Besser heute als morgen.

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