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Ermittlungen Donald Trump sitzt in der Falle

Mit dem Gehabe eines Mafiapaten reitet sich US-Präsident Donald Trump selbst in den Abgrund. Sein jüngster Fehler war wohl der schwerste - ein Kommentar.

Neue Ermittlungen
Trump glaubte offenbar, er könne den Sonderermittler Robert Mueller ähnlich einschüchtern wie Comey. Foto: Susan Walsh (AP)

Das Mauscheln und Tricksen, das Werben und Drohen, die schmeichelnde Umarmung und die eiskalte Erpressung – das alles beherrscht Donald Trump als Immobilienmogul wie kaum ein zweiter. Er hält sich für den Meister des Geschäftemachens und hat es damit immerhin bis ins Weiße Haus gebracht. Doch seither reiht Trump einen taktischen Fehler an den nächsten. Mit dem Gehabe eines cholerischen Mafiapaten reitet sich der amerikanische Präsident immer näher an den Abgrund. Jetzt hat er es tatsächlich geschafft, im krampfhaften Bemühen, eine Untersuchung gegen sich zu verhindern, eben diese auszulösen.

Vor wenigen Wochen noch hatte der damalige FBI-Chef James Comey dem Präsidenten versichert, dass in der Affäre um mögliche illegale Absprachen mit Russland nicht gegen ihn ermittelt wird. Doch das genügte Trump nicht. Er forderte eine Ergebenheitsadresse und die Einstellung der gesamten Untersuchung.

Das war sein erster Fehler. Als sich der FBI-Chef widersetzte, feuerte Trump ihn und machte den zweiten Fehler. Dann drohte er dem gedemütigten Spitzenbeamten auch noch mit der Veröffentlichung geheimer Gesprächsmitschnitte, die es offenbar gar nicht gibt – ein jämmerlicher dritter Fehler.

Trump droht, Mueller ermittelt

Den vierten und schwersten Fehler machte Trump aber, als er glaubte, den inzwischen eingesetzten Sonderermittler Robert Mueller ähnlich einschüchtern zu können wie Comey. Ganze 24 Stunden ließ er das Gerücht im Raum stehen, er wolle Mueller feuern, bevor eine Sprecherin des Weißen Hauses dementierte. Doch die Präsentation des Folterwerkzeugs wirkte bei dem ebenso unabhängigen wie abgebrühten Mueller kontraproduktiv: Kurz darauf leitete er die Ermittlungen wegen möglicher Justizbehinderung ein.

Trumps Lage ist durch eigenes Zutun nun also unvergleichlich schlechter als im Frühjahr: Wirft er Mueller raus, liefert er den entscheidenden Beweis für seine Übergriffigkeit. Ein Amtsenthebungsverfahren wäre die Folge. Lässt er Mueller und sein Team von Watergate-gestählten Spitzenjuristen aber gewähren, könnten demnächst ein paar unangenehme Dinge an die Öffentlichkeit kommen. Der Pate sitzt in der Falle. Im Rechtsstaat USA gelten eben andere Regeln als in der Halbwelt der Kasinos von Atlantic City. Das bekommt Donald Trump nun zu spüren, und als Demokrat darf man sich darüber ehrlich freuen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier USA

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