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Doch ein wenig anders

Mega-Inflation durch Niedrigzinsen, Arbeitslosigkeit durch den Mindestlohn: An Horrorszenarien hat es die letzten Jahre nicht gefehlt. Nun zeigt sich, wie wenig dran ist.

Was haben Ökonomen in den vergangenen Jahren nicht für Horrorszenarien durchgespielt und Warnungen ausgesprochen: Die niedrigen Zinsen der Euro-Zentralbank würden zur Mega-Inflation führen – dabei liegt die Teuerungsrate noch immer zu niedrig. Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns stelle einen Eingriff des Staates dar, der die Lohnfindung verzerre und notwendig zu mehr Arbeitslosigkeit führe – dabei bilanziert die Beschäftigung einen Rekord nach dem anderen, die Arbeitslosigkeit fällt.

Die Bundesregierung schwäche die Reformen der Agenda 2010 ab und verteile „soziale Wohltaten“, mittlerweile ein Schimpfwort, die die Stimmung der Investoren und den Staatshaushalt belasteten – dabei befinden sich die Stimmungsindikatoren der Unternehmen auf ungekannten Höhen und der Staat fährt Milliardenüberschüsse ein.

Lohnsteigerungen in Deutschland, überbordende Bürokratie und Arbeitsmarktregulation trieben die Kosten für die Unternehmen in die Höhe und minderten ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit – unterdessen florieren die deutschen Exporte, die Wirtschaft boomt, und die Unternehmen fahren ihre Investitionen hoch.

Es scheint, die Wirtschaft läuft doch ein bisschen anders als in der Modellwelt jener Ökonomen, die permanent und kontextunabhängig Lohnmäßigung, Flexibilisierung, Sparsamkeit und Wettbewerbsfähigkeit predigen.
 

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