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Diesel-Skandal Sinnlose Nachrüstung

Das Umweltbundesamt hat nachgerechnet, was die neue Software bringen wird, die die Autokonzerne den von ihnen angeschmierten Diesel-Kunden spendieren will. Der Kommentar.

Diesel-Update
Durch die neue Diesel-Software, die auf dem Diesel-Gipfel vereinbart wurde, werden die Stickoxidwerte nicht niedrig genug sein. Foto: Imago

Jetzt ist es amtlich: Das Ergebnis des Diesel-Gipfels von Anfang August ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Das Umweltbundesamt hat nachgerechnet, was die neue Software bringen wird, die die Autokonzerne den von ihnen angeschmierten Diesel-Kunden spendieren will.

Ergebnis: kaum etwas. Auf jeden Fall viel zu wenig, um die drohenden Fahrverbote abzuwenden. In fast 70 Großstädten werden die Stickoxidwerte auch nach einer elektronischen Nachrüstung deutlich über den bereits seit 2010 geltenden EU-Grenzwerten liegen. Nur in 20 Citys, die schon bisher nur knapp reißen, könnten sie nun endlich eingehalten werden. 

Damit ist klar, was die Funktion des Diesel-Gipfels war, bei dem die Autokonzerne sich strikt weigerten, die Diesel-Pkw mit funktionierenden Katalysatoren auszustatten: Zeit gewinnen. Wahrscheinlich hoffen sie auf eine neue Bundesregierung nach der Wahl am 24. September, in der keine nervige Umweltministerin Hendricks (SPD) sitzt, die ihr Amt ernst nimmt und sich nicht mit den Placebo-Lösungen zufriedengeben will. Und tatsächlich solche Sachen sagt wie: „Die Bevölkerung in den deutschen Städten hat ein Recht auf saubere Luft.“ Man kann nur hoffen, dass dieses Kalkül nicht aufgeht. Wobei es auch in anderen Parteien Politiker mit Rückgrat geben soll.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Abgasskandale

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