Lade Inhalte...

Demo für alle Der Bus des Grauens

Die „Demo für alle“ will ab Mittwoch mit einem „Bus der Meinungsfreiheit“ durch Deutschland touren. Ihr Hauptanliegen: „Ehe für alle“ wieder rückgängig machen. Ein Kommentar.

Demo für alle
„Ehe bleibt Ehe – der Bus kommt“ kündigt die rechts-klerikale „Demo für alle“ ihren neuesten Coup an. Foto: Screenshot /Demo für alle

„Ehe bleibt Ehe – der Bus kommt“ kündigt die rechts-klerikale „Demo für alle“ ihren neuesten Coup an. Mit einem „Bus der Meinungsfreiheit“ will der Verein um Hedwig von Beverfoerde durch Deutschland touren. Zehn Städte wollen sie mit dem ins bräunliche tendierenden orangenen Gefährt abklappern, um vor Ort gegen die Ehe für alle und den sogenannten „Gender-Mainstream“ Politik zu machen.

Damit folgen sie ausländischen Partner-Organisationen, wie der spanischen erzkatholischen „HazteOir.org“, die mit einer Bus-Tour für erheblichen Widerstand sorgte. „Jungen haben einen Penis, Mädchen eine Vulva. Lass Dich nicht täuschen!“ – prangte auf dem ebenfalls orangefarbenem  Mobil, das  zumindest in Madrid von der linken Stadtregierung an der Weiterfahrt gehindert wurde. „Wir glauben, dass diese Botschaft schädlich für Kinder ist“, hatte sich die Stadtsprecherin Rita Maestre zur Causa geäußert.

Ähnliches Vorgehen wäre auch in Deutschland wünschenswert, denn es steht zu erwarten, dass die „Demo für alle“ mit ihrer immer gleichen Hetze Homophobie befördert und die christlich-fundamentale Indoktrination von Kindern voranzutreiben versucht. Am 6. September will sie ihren 2000 Kilometer langen Trip in München starten – eine Gruppe Jugendlicher im Schlepptau, die die Parolen aus der reaktionären Kiste zaubern. Stuttgart ist bereits als ein weiteres Etappenziel der „spannenden Tour“ benannt, enden soll  sie am 15. September in Berlin.

Früher CDU – jetzt kuscheln mit der AfD?

Dass Hedwig von Beverfoerde die Reiselust ausgerechnet in der heißen Phase des Wahlkampfes packt, dürfte nicht verwundern. Zu tief sitzt die Enttäuschung über ihre einstige politische Heimat CDU, der sie im Dezember 2016 den Rücken kehrte. Mittlerweile macht sie auf Facebook einigermaßen unzweideutig Wahlwerbung für die AfD. „80 Prozent (müssen) nur am 24.9. die Opposition wählen. Und der Merkel'schen Einheits-Blockpartei CDUCSUSPDFDPGRÜNE den Stecker rausziehen“, schreibt Beverfoerde, die ihren Verein eigentlich stets als unparteiisch behauptet. Der Kuschelkurs mit dem äußerst rechten Rand passt hingegen bestens zu ihren anti-emanzipatorischen Parolen aus der Steinzeit.

Ob der Bus der Grauens auch Frankfurt ansteuern wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Bislang hatte sich die „Dfa“ immer nur in Wiesbaden blicken lassen. Die Ehe für alle Menschen wird sie nicht mehr rückgängig machen können - aber es soll ja Leute geben, die können einfach nicht verlieren.

 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen