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CSU-Klausur Überflüssige Revolte

Alexander Dobrindt wünscht sich eine „bürgerlich konservative Wende“ für Deutschland. Doch den ideologischen Feldzug, den er den 68ern vorwirft, führt er selbst. Ein Kommentar.

Alexander Dobrindt
Alexander Dobrindt beim CSU-Parteitag Mitte Dezember 2017. Foto: imago

Es ist eine höchst fragwürdige Debatte, die der CSU-Politiker Alexander Dobrindt da anstößt, wenn er eine „konservative Revolution“ ausruft, um die 68er-Zeit endlich zu überwinden. Eine zudem, die mit einem Begriff operiert, der den noch fragwürdigeren Neuen Rechten nicht fremd ist. Er beklagt die Übermacht der Linken in einem Land, das – auch seit 1968 – jahrzehntelang durch die Union regiert wurde.

Und was eigentlich ist sein Problem, was die Entwicklung, die er rückabwickeln will? 1968 steht für einen Umbruch in der Gesellschaft, für den Weg zu mehr Gleichberechtigung von Mann und Frau, für weniger Autoritätshörigkeit und damit für Demokratisierung. 

Statt der AfD, die die CSU von rechts bedrängt, etwas entgegenzusetzen, flüchtet sie sich in Aggression in die andere Richtung. Das zeugt von Ratlosigkeit. Den ideologischen Feldzug, den Dobrindt anderen vorwirft, führt er selber. In der CSU-Landesgruppe ist eine Rückabwicklung von 1968 nicht nötig: Die Zahl der Frauen hält sich in Grenzen – ein sicheres Refugium für Revolutionsführer Dobrindt.

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