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Clausnitz und Co. Von Brandstiftern und Rassisten

Die etablierten Parteien reden mit ihrer enthumanisierenden Debatte den Fremdenfeinden und AfD-Wählern das Wort und machen sich folglich zu Mittätern. Ein Kommentar.   

Der "Widerstand" in Clausnitz ist bislang in erster Linie rechtsextrem. Foto: dpa

Erst bedroht ein grölender Mob unter den Augen der Polizei einen Bus mit Flüchtlingen im Erzgebirge, zwei Tage später dann hindert eine Gruppe betrunkener Rassisten in Ost-Sachsen die Feuerwehr daran, den brennenden Dachstuhl eines Flüchtlingsheims zu löschen.

Was sich in Clausnitz und Bautzen unverhohlen an die Öffentlichkeit traut, ist das Ergebnis einer kaum noch zu ertragenden moralischen Verkommenheit, die ihren Ursprung nicht zuletzt in der öffentlichen Debatte hat. 

Die Meute fühlt sich als Vollstrecker einer Mehrheitsmeinung, der die politischen Parteien hinterherhecheln. Mit einer Versachlichungsrhetorik wie „Obergrenzen“ oder „Flüchtlingsstrom“ schnürt die Politik das Leid der Menschen zu einem „Asylpaket“, das nicht einmal die Zusammenführung minderjähriger Flüchtlinge mit ihren Eltern erlaubt.

Da muss man gar nicht mehr bis zur rechtsextremen AfD blicken, die mit Björn Höcke einen Dampfhetzer am Start hat, dem Frauke Petry oder Beatrix von Storch trotz Schießbefehl noch nicht das Wasser reichen können.

Auch wenn sich von den etablierten Parteien bislang noch keiner getraut hat, hier von den Sorgen „ängstlicher Bürger“ zu schwadronieren, so redet die Politik mit ihrer enthumanisierenden Debatte den Fremdenfeinden und AfD-Wählern das Wort und macht sich folglich zum Mittäter.   

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