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Chelsea Manning Mehr als eine noble Geste

Dass Barack Obama Chelsea Manning begnadigt, ist mehr als nur eine feine Abschiedsgeste. Der Präsident korrigiert damit ein ungerechtes Urteil an einem Whistleblower. Ein Kommentar.

Chelsea Manning wird vom scheidenden US-Präsidenten Barack Obama begnadigt Foto: AFP

Zwei Nachrichten, die die Vergangenheit und die Zukunft der US-amerikanische Politik beschreiben könnten, sind gestern bekanntgeworden. Der aus dem Amt scheidende, also schon fast der Vergangenheit angehörende US-Präsident Barack Obama hat die Whistleblowerin Chelsea Manning begnadigt, die wegen der Weitergabe vertraulicher Daten über die US-Armee im Mai 2010 zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Es war das härteste Urteil gegen einen Whistleblower in der US-amerikanischen Geschichte  und eines der ungerechtesten. Denn der so genannte Verrat durch Manning war nichts anderes als die dringend gebotene Aufklärung der Weltöffentlichkeit, unter anderem über etliche Fälle von Folter durch die Besatzungsgruppen in Irak. Das Interesse der US-Regierung, derartige Informationen nicht bekannt werden zu lassen, war so legitim wie das Interesse aller Täter, sich bei der Tat nicht ertappen zulassen. Die Begnadigung Mannings durch Obama ist also mehr als eine noble Geste. Sie ist Ausdruck der Einsicht, dass Manning Unrecht widerfahren ist. Soweit zur Vergangenheit.

Das ist die Zukunft: Bekannt wurde gestern auch, dass eine Frau Baracks Nachfolger Donald Trump wegen Verleumdung verklagt. Wieder einmal geht es um angebliche sexuelle Übergriffe und das Bestreiten derselben durch Trump. Angesichte zahlreicher Vorwürfe dieser und anderer Art ist es fast schon erstaunlich, wenn sich der künftige Präsident bei seiner für Freitag geplanten Amtseinführung auf freiem Fuß befindet.

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