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CDU und Armut Die Union - vereint im Zynismus

Wofür braucht Deutschland die Tafeln? Um sich mal schön was zu gönnen, meinen CDU-Politiker. Flügelübergreifend. Ein Kommentar.

Essener Tafel
Muss ohne Tafel wirklich niemand hungern? Foto: dpa

Die übliche Erzählung geht so: Die CDU hat einen liberalen und einen konservativen Flügel. Aber dieses Wochenende hat leider wieder gezeigt: Wenn es um die Opfer der eigenen Politik geht, sind beide sich einig.

Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident und oft als liberal beschrieben, hat sinngemäß behauptet: Bei den Tafeln hätten Geflüchtete nichts zu suchen, sie hätten genug und hungern müsse sowieso niemand in Deutschland. Bei der Tafel könne man sich eben mal etwas oberhalb des Existenzminimums gönnen. Womit Laschet ein zynisches Verständnis von Armutsbekämpfung in einem reichen Land bewies: Keiner hungert, das reicht.

Jens Spahn, ein Konservativer, mochte da nicht nachstehen und teilte seinerseits mit, auch ohne Tafeln müsse niemand hungern. Hartz IV sei genug.

Man sieht: Der ärmliche Zynismus, jedes Leben oberhalb des absoluten Minimums zu einer Art Luxus zu erklären, ist in der CDU flügelübergreifend verbreitet. Aber hat nicht wenigstens die Vorsitzende Angela Merkel ein großes Herz gezeigt? Bestimmte Gruppen von den Tafeln auszuschließen, findet sie „nicht gut“. Recht so! Aber wer ist eigentlich seit zwölf Jahren verantwortlich für eine Politik, die gegen Armut im Reichtum nichts unternimmt?

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