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Bundeswehr Reichsbürger in Uniform

Es ist schmerzhaft für die Bundeswehr, nicht weniger als 275 Fälle von Rechtsextremismus in ihren Reihen einräumen zu müssen. Ein Kommentar.

Bundeswehr
Wer steht hier rechts? Foto: reuters

Der Soldat als Staatsbürger in Uniform, das war das Leitbild der bundesrepublikanischen Pflichtarmee - sie sollte die ganze Bevölkerung widerspiegeln. An dieser Idee hält das Verteidigungsministerium auch nach Abschaffung der Wehrpflicht fest. Kein Wunder: Als Club von Waffennarren, Schwervermittelbaren und Schießwütigen wird man kaum junge Talente rekrutieren.

Gerade deshalb ist es für die Bundeswehr nun schmerzhaft, nicht weniger als 275 Fälle von Rechtsextremismus in ihren Reihen einräumen zu müssen. Darunter sind Schmierereien mit dem Kuli und Hitler-Grüße – aber auch Gewalt gegen Ausländer und Drohungen mit Waffengewalt, etwa gegen Asylsuchende.

Nun liegen 275 Vorkommnisse bei 180.000 Soldaten womöglich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Gefährlich sie dennoch: Erst vorige Woche wurde ein „Reichsbürger“ in Bayern wegen Mordes angeklagt, weil er einen Polizisten erschossen hatte, der ihn entwaffnen wollte. Auch unter den 275 Meldungen sind mehrere von Soldaten, die sich als Anhänger dieser extremistischen Bewegung bezeichnen.

Dass die Bundeswehr es sogar in diesen, wie in vielen anderen Fällen bei Verwarnungen beließ, die Männer aber weiter Zugang zu Schießtraining hatten, ist kurzsichtig – und sendet falsche Signale. Extremisten dürfen bei der Truppe schon deshalb nicht geduldet werden, um keine weiteren anzulocken. Vor allem aber, weil man sie nicht auch noch an der Waffe ausbilden darf.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Bundeswehr

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