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Bundestag Antisemitismus ist kein bloßes Vorurteil

Ein Posten für einen Antisemitismus-Beauftragten ist sinnvoll - wenn er seinen Auftrag erfüllen kann. Unser Kommentar.

Holocaust-Mahnmal in Berlin
Ein Mahnmal alleine reicht nicht. Der Bundestag spricht sich für die Berufung eines Antisemitismus-Beauftragten aus. Foto: imago

Es ist ein Fortschritt, dass der Bundestag sich für die Berufung eines Antisemitismus-Beauftragten ausgesprochen hat. Bezeichnend, dass dafür in Deutschland eine Debatte über Judenhass unter Muslimen nötig war, die so mancher genutzt hat, der nur deshalb vom „christlich-jüdischen Abendland“ spricht, weil sich damit so gut Stimmung gegen Migranten machen lässt. Entscheidend ist, dass die oder der Beauftragte nicht nur weitere Berichte verfassen, sondern handeln und andere dabei unterstützen kann. Dazu braucht es Geld.

Antisemitismus ist kein bloßes Vorurteil, sondern eine Weltanschauung, deren Elemente auch viele verinnerlicht haben, die Judenhass weit von sich weisen. Wer das ernst nimmt, muss auch auf Bildung und Aufklärung setzen – nicht nur in Schulen und Integrationskursen. Die zivilgesellschaftlichen Initiativen, die dazu bereits beitragen, müssen endlich dauerhaft finanziert werden, statt weiter auf befristete Projektmittel angewiesen zu sein.

Wenn das dank des neuen Amtes gelingt, könnte auch der Posten zum Stachel werden, statt nur Feigenblatt zu sein.

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