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Brüssel Merkels Chance

Statt dem Christdemokraten Weber zu einem Spitzenjob bei der EU zu verhelfen, sollte die Kanzlerin selbst ein Amt in Brüssel anstreben.

Merkel
Kanzlerin Angela Merkel. Foto: afp

Die Anzeichen verdichten sich, dass Kanzlerin Angela Merkel darauf hinarbeitet, den CSU-Politiker Manfred Weber für die kommende Europawahl als Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) in Stellung zu bringen. Ob es tatsächlich dazu kommt, wird man sehen. Zu vieles könnte die Pläne noch durchkreuzen. Offen ist auch, ob Weber im Falle eines Wahlerfolgs der Bürgerlich-Konservativen automatisch nächster Präsident der EU-Kommission werden würde.

Weber wäre für die EVP ein guter Kandidat. CSU-Ministern in Berlin fehlt es häufig am notwendigen Ernst. Davon kann beim überzeugten Europäer Manfred Weber mit Blick auf europäische Aufgaben keine Rede sein.

Angela Merkel sollte jedoch überlegen, ob sie Europa nicht einen noch größeren Dienst erweisen könnte. Und zwar dadurch, indem sie selbst nach einem Brüsseler Spitzenjob greift, der 2019 ebenfalls frei wird. Es geht um das Amt des EU-Ratspräsidenten, das derzeit der Pole Donald Tusk innehat. Merkel könnte dort ihre Erfahrung in europäischen und internationalen Angelegenheiten einbringen. Vor allem jedoch könnte sie sich selbst einen starken Abgang aus dem Kanzleramt verschaffen. So eine Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder. Womöglich ist es sogar die letzte.

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