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Brexit London will alles, sofort

Der britische Unterhändler Davis äußert sich zur künftigen Handelspolitik und erfreut damit die EU-feindlichen Kumpane. Ein Kommentar.

Brexit
London will noch ein paar Jahre der Zollunion angehören. Foto: Matt Dunham (AP)

Gebetsmühlenartig hat Brüssel in den vergangenen Monaten wiederholt: Ehe Chefunterhändler Michel Barnier mit seinem britischen Pendant David Davis über die Zukunft der britisch-europäischen Partnerschaft sprechen könne, müssten drei bestehende Brexit-Probleme vom Tisch – etwa der rechtliche Status von mehr als drei Millionen EU-Bürgern in Großbritannien

Statt seine Hausaufgaben zu machen, wedelt Davis nun mit einem Papier über die zukünftige Handelspolitik. Damit will die sechstgrößte Industrienation wohl signalisieren, man wolle sich vom größten Binnenmarkt der Welt nicht herumschubsen lassen. Das verschafft Davis Anerkennung bei seinen EU-feindlichen Kumpanen, in Brüssel dürfte er auf Ablehnung stoßen.

Das Papier signalisiert aber erstmals ein Einlenken der Brexit-Fundamentalisten. Die wollten bisher von Übergangsfristen nichts hören. Unter dem Druck der Industrie bittet nun London darum, noch ein paar Jahre der Zollunion anzugehören. Das ist im beiderseitigen Interesse, dürfte also machbar sein.

Dass die Briten zur gleichen Zeit neue Freihandelsverträge mit Drittländern vereinbaren wollen, fällt hingegen in die Rubrik der Unverschämtheiten. Die sollte sich London schleunigst abgewöhnen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Brexit

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