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Brexit Großbritannien braucht die EU mehr als umgekehrt

Theresa May entdeckt ihren Realitätssinn: Die britische Regierungschefin überschreitet in den Brexit-Verhandlungen eine einstige „rote Linie“ nach der anderen. Unser Kommentar.

Theresa May
Zu Zugeständnissen bereit: Theresa May. Foto: rtr

Monatelang machten sich Theresa May und ihre Brexit-Hardliner Mut mit der Parole: Der Kontinent braucht uns mehr als wir ihn. Verwiesen wurde auf Großbritanniens jährliche Nettozahlungen von zuletzt rund neun Milliarden Euro, vor allem aber auf das Handelsbilanzdefizit von jährlich 60 Milliarden Euro. Die Insel importiert viel mehr Waren und Dienstleistungen vom Kontinent als umgekehrt. Die EU hat also großes Interesse an guten Handelsbeziehungen.

Der Brexit wird beiden Seiten, der Insel und der 27er-EU, erheblichen Schaden zufügen, so viel steht fest. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es vernünftig gewesen, die Einbußen möglichst klein zu halten. London hätte also eine Lösung à la Norwegen oder Schweiz anstreben sollen: so nah wie möglich an Binnenmarkt und Zollunion.

Stattdessen wurde schroff der Austritt aus den zentralen Instrumenten europäischer Zusammenarbeit verkündet und dem Europäischen Gerichtshof künftig jedes Mitspracherecht abgesprochen.

Um die eigene Integrität zu wahren, mussten die Brüsseler Verhandler deshalb hart bleiben. Dass May, Davis & Co seit Wochen eine einstige „rote Linie“ nach der anderen überschreiten, hat mit der Realität zu tun: Britannien braucht die EU viel mehr als umgekehrt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Brexit

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