Lade Inhalte...

Brett Kavanaugh Und sie wählen ihn doch!

Die Republikaner wollen Brett Kavanaugh aus reinem Machtkalkül mit allen Mitteln zum Obersten Richter küren. Ein Kommentar.

Brett Kavanaugh
Ein Kandidat nach Trumps Geschmack: Die Berufung von Brett Kavanaugh zum Richter am Obersten Gericht der USA ist äußerst umstritten. Foto: rtr

Judge Kavanaugh wird bis ans Ende seiner Tage über die Auslegung der US-Verfassung urteilen, weil die republikanischen Senatoren für ihn stimmen werden – wenn kein Wunder geschieht. Obwohl ihm versuchte Vergewaltigung vorgeworfen wird. Was er bestreitet. Obwohl er vor dem Senat unter Eid gelogen oder doch scheinheilig Halbwahrheiten verbreitet hat, um ein falsches Bild seiner selbst zu erzeugen. Was er nicht bestreiten kann, es geschah vor laufenden Kameras. Obwohl er sich unbeherrscht und aggressiv, also eines Verfassungsrichters unwürdig, vor dem Senat verhalten hat.

Brett Kavanaugh wird gewählt werden, obwohl die FBI-Untersuchung der Vorwürfe gegen ihn oberflächlich selbst nach Maßstäben eines Vorabendkrimis war. Er wird gewählt werden, weil es nicht darum geht, einen guten Richter zu bestimmen, sondern nie nachzugeben. Weil Demokraten und Republikaner sich derart verhasst sind, dass Argumente nichts zählen. Weil selbst ein Kulturkampf vielleicht auf den Straßen geführt wird oder in den Medien, aber nicht im Parlament. Dort tobt der Kampf der Unkultur, in dem für den Sieg auch Anstand, Moral, Überzeugungen geopfert werden. Der Erfolg ist jeden Preis wert. Selbst wenn es um einen ungeeigneten Richter geht. Das ist Trumps Amerika.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen