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Bootsflüchtlinge Unwürdiger Basar

Migranten müssen auf dem Meer ausharren, bis sich europäische Staatschefs erweichen, einige Flüchtlinge in ihr Land zu lassen. Das ist ein unwürdiges Basar-Szenario, das sich unweigerlich wiederholen wird. Ein Kommentar.

Flüchtlinge in Italien
Auf dem Frontex-Schiff "Protector" warten Migranten darauf, an Land gehen zu dürfen. Foto: dpa

Wenn im Mittelmeer vor Libyen Flüchtlinge aus Seenot gerettet werden, dann brachte man sie bisher automatisch nach Italien. Für den Rest Europas war das bequem. Die Italiener dagegen erlebten es so, als würde das gesamte Problem Migration bei ihnen abgeladen. Die neue populistische Regierung schlachtet das Thema aus und bekommt dafür großen Beifall im eigenen Land.

Der EU-Gipfel Ende Juni hat zwar mehr europäische Solidarität und eine Entlastung Italiens beschlossen – aber nur auf freiwilliger Basis. Weil die Gipfel-Beschlüsse bisher praktisch keine Folgen haben, greift Italien zu drastischen Mitteln und sperrt seine Häfen. Migranten müssen auf dem Meer ausharren, bis sich ein paar europäische Staatschefs erweichen und einige Dutzend Flüchtlinge in ihr jeweiliges Land lassen. 

Dieses unwürdige Basar-Szenario wird sich unweigerlich wiederholen. Deshalb muss es schnellstmöglich Vereinbarungen geben, wie die Migranten aufgeteilt werden. Machen nicht alle EU-Mitglieder mit, dann haben wir es, das Europa der zwei Geschwindigkeiten. 

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