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Atommüll Besser ohne Gorleben

Der Neustart der Endlagersuche für Atommüll ist eine gute Nachricht. Ein Kommentar.

Endlagersuche
Die Endlager-Suche für Atommüll soll vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Foto: dpa

Ein bisschen Selbstlob geht in Ordnung. „Mit dem Gesetz stellen wir die Endlagersuche vom Kopf auf die Füße“, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Und das ist so. Als Gorleben vor über 40 Jahren als Standort für ein nationales Atom-Entsorgungszentrum ausgedeutet wurde, spielten fachliche Kriterien nicht die Hauptrolle. Dünne Besiedlung, Nähe zur innerdeutschen Grenze, angeblich geringes Protestpotenzial – das war wichtiger als alles andere.

Die Sache ging schief. Nun also der Neustart der Endlagersuche. Damit ist eine solch tumbe Missachtung von Wissenschaft, gesundem Menschenverstand und Mitwirkungsrechten der Bürger nicht mehr möglich.

Und alle Bundesländer kommen für einen Standort in Frage. Trotzdem hat das neue Gesetz Fehler. Vor allem einen: Gorleben wurde nicht aus dem Spiel genommen. Hätte man tun sollen. Erstens ist der dortige Salzstock geologisch weniger geeignet als andere, zweitens ist der Standort politisch verbrannt.

Nach vier Jahrzehnten Kampf hätte das Wendland Entlastung verdient – statt weiter gegen die Gefahr ankämpfen zu müssen, doch wieder ausgedeutet zu werden, weil das Geld spart. Schon richtig, das Endlager käme in Gorleben am billigsten, weil hier 1,8 Milliarden Euro im Bergwerk verbaut worden sind. Aber ein Argument darf das nicht werden.

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