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Antisemitismus Abschieben und ablenken

CDU und CSU wollen antisemitische Hetze zum Ausweisungsgrund machen. Aber hilft das gegen Hass und Gewalt?

Denkmal
Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. Foto: Imago

Man könnte zynisch werden: Wie schön, dass CDU und CSU herausgefunden haben, wie man den Antisemitismus in Deutschland bekämpft: Man schiebt ihn ab. Aber im Ernst: Die Idee, „den Aufruf zum Hass gegen Teile der Bevölkerung“ zum Ausweisungsgrund zu machen, ist populistischer Unfug.

Der Antisemitismus eines Einwanderers ist so wenig zu rechtfertigen wie der Judenhass alteingesessener Einwohner des „christlichen Abendlandes“, nämlich gar nicht. Wer aber so tut, als könnte man den Hass bekämpfen, indem man sich einzelner Hassprediger entledigt, hat entweder nichts verstanden oder lenkt die Aufmerksamkeit bewusst auf Scheinlösungen.

Der Glaube, den Antisemitismus sozusagen abschieben zu können, ist in einer Einwanderungsgesellschaft mindestens naiv. Es ist diese Gesellschaft, die den Hasspredigern die Grenzen zeigen muss – mit Bildung und Aufklärung und notfalls mit Strafe. Und übrigens: Wohin wollen CDU und CSU eigentlich unsere selbst gemachten Nazis und gutbürgerlichen Judenwitz-Reißer abschieben? 

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