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Angela Merkel Pragmatisch statt mitreißend

Kanzlerin Merkel spricht über die Werte der EU und die Vision einer europäischen Armee. Doch ihre Rede ist pragmatisch statt mitreißend - dabei wäre das dringend nötig gewesen. Ein Kommentar.

Angela Merkel
Angela Merkel im Europaparlament. Foto: dpa

Kanzlerin Merkel hat überzeugend über die Werte der Europäischen Union wie Solidarität und Toleranz gesprochen. Sie hat sogar überraschend über die Vision einer echten europäischen Armee geredet. Und sie hat vor Irrwegen wie nationalen Alleingängen beim Abbau von Menschenrechten oder bei der Schuldenaufnahme gewarnt und damit die Krise der EU beschrieben. Doch leider hat sie die Auswege daraus zu wenig skizziert. Sie gab lediglich die grobe Richtung vor.

Am deutlichsten wird dies bei der gemeinsamen EU-Armee, zu der eine europäische Rüstungsindustrie und Waffenexportrichtlinien gehören. Aber wie diese Ziele wann und mit wem zu erreichen sind, dazu sagte sie nichts. Immerhin kam sie bei diesem Thema dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron entgegen. Außerdem hat sie in Richtung des US-Präsidenten Donald Trump gesagt, dass eine EU-Armee die Nato ergänzen und sie nicht ersetzen soll.

Es war also eine pragmatische Rede, statt einer mitreißenden. Solch eine wäre aber dringend nötig gewesen, um der schwächelnden EU neue Impulse zu geben. Doch die Kanzlerin ist sich leider treu geblieben, statt kurz vor ihrem Abschied in die Rolle einer Reformerin der Europäischen Union zu schlüpfen. Schade.

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