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AfD Frank Magnitz Inhuman gegen Inhumanität - so geht es nicht

1. UpdateDer Fall Frank Magnitz wird zeigen: Wer glaubt, Rassisten ließen sich mit Gewalt vertreiben, schadet den Rechten nicht, sondern macht sie nur stärker. Ein Kommentar.

Frank Magnitz
Frank Magnitz wurde Opfer einer unmenschlichen Tat. Foto: Imago

Es war eine furchtbare Tat, was gestern Abend in Bremen geschah: Mit brutaler Gewalt wurde auf einen Mann eingeprügelt, bis er krankenhausreif war. Und die erste Feststellung muss lauten: So etwas ist zutiefst unmenschlich, ganz egal, um wen es sich bei dem Opfer handelt.

In diesem Fall traf es den AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz. Also den Vertreter einer Partei, die - etwa in der Flüchtlingsfrage - ihrerseits inhumane Positionen vertritt. Aber wer glaubt eigentlich, man könne diese Positionen bekämpfen, indem man das Niveau der AfD noch unterschreitet und selbst zu widerlichen, inhumanen Mitteln greift? 

So weit die moralische Seite, aber es gibt auch einen politischen Aspekt: Diese Tat wird niemandem mehr nutzen als der Partei des Opfers, der AfD.

Angriff auf Magnitz: AfD-Vorsitzender Meuthen erschüttert 

Es war noch nicht Mitternacht, da hatte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen schon reagiert. Auf Twitter postete er ein Foto seines furchtbar zugerichteten Parteifreundes Magnitz. Er sei noch zu „erschüttert“, um die Tat zu kommentieren, schrieb Meuthen, das werde er an diesem Dienstag tun. Aber Meuthens Follower nahmen den Ton schon mal vorweg: „Jetzt weiß man doch, wer hier die Nazis sind! Wer nicht linientreu ist, wird totgeschlagen!“, schrieb einer.

Mit anderen Worten: Nichts könnte die Anhänger der AfD besser in ihrem Freund-Feind-Schema bestätigen als dieser brutale Angriff. Zu ihren politischen Wahnvorstellungen gehört es ja ohnehin, dass wir in einer „links-grün versifften“ Gesellschaft leben, in der verfolgt wird, wer nicht „linientreu“ ist. Wir werden in den nächsten Stunden und Tagen noch öfter erleben, wie die Tat von Bremen in einen Beweis für diese lächerliche Vorstellung umgedeutet wird.

Ja, jeder Demokrat hat sehr gute Gründe, die AfD zu bekämpfen. Auch auf der Straße. Es ist gut, wenn sie keine Versammlung, keine Demonstration, keinen Parteitag abhalten kann, ohne auf massiven und massenhaften Protest zu stoßen. Es ist gut, wenn ihrer Hetze mit humanen Argumenten begegnet wird, gerne auch sehr laut.

Wer aber Andersdenkenden, und seien sie noch so radikal, auflauert und sie krankenhausreif prügelt, nimmt die Menschenfeindlichkeit, die in einer von der AfD beherrschten Gesellschaft herrschen würde, seinerseits auf übelste Weise vorweg - unter dem unglaubwürdigen Vorwand, sie zu bekämpfen. 

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes wurde angedeutet, Frank Magnitz sei mit einem Kantholz niedergeschlagen worden. Videoaufnahmen haben diese Behauptung der Bremer AfD nicht bestätigt. 

 

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